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Samstag, 19. Januar 2013

Herr Bödefeld und die Bauchspeicheldrüse Teil 2

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Vielen Dank für Eure Erfahrungsberichte und Rückmeldungen zum Thema Bauchspeicheldrüse. Weil ich eine schreibfaule Socke bin, antworte ich hier allen Nachfragen zu Bödis Befinden.
Besonders spektakulär ist es dann auch nicht, denn zur Zeit ist alles gut.

Herr Bö bekommt nun seit zwei Wochen wieder rohes Fleisch + püriertes Obst und Gemüse und zusätzlich das EnzymoPank - damit hat er keine Probleme, einen guten Output und er frisst nun sehr gerne sein Futter.

Zum "Gestank" des Enzympräparates: diesen üblen Geruch nach Erbrochenem hatten wir nur bei der Fütterung seiner Schonkost. Ich nehme mal an, dass es an der Kombination Enzym + Milchprodukt gelegen hat, denn vermischt mit Bödis BARF-Futter entwickelt sich kein unangenehmer Geruch.

Wenn ich alle Berichte über Bauchspeicheldrüseprobleme und Barfen, die mich erreicht haben, zusammenfasse, dann hat die Rohfleischfütterung in den mir bekannten Fällen nicht geklappt.  So gesehen, vermute ich eher, dass Bödi einfach eine fiese Magen-Darm-Erkrankung hatte, deren Ursache wir vielleicht nie raus kriegen werden. Aber aktuell bekommt er noch ca. 2 Wochen die Enzyme und dann gucken wir mal, ob sich seine Verdauung wieder verschlechtert und dann schauen wir der Doc seine Bauchspeicheldrüse mal ganz genau an.


Aber ich vermute, es war irgendein blöder Infekt. Oder vielleicht doch eine Futtermittelunverträglichkeit. Ich habe da ja den Pansen im Verdacht, den wir im November in einer Landschlachterei gekauft haben. Meine Theorie klingt zwar etwas weit hergeholt, aber wer weiß.

Meine Vermutung basiert auf den Aussagen von Jonathan Safran Foer in seinem Buch "Tiere essen". Er beschreibt darin, wie die grundlegend falsche Fütterung von Rindern zum Ansiedeln von gefährlichen Bakterien in deren Mägen führt. Schlachtvieh wird heute in der Massentierhaltung fast ausschließlich mit Kraftfutter gefüttert, das wiederum auf Mais basiert. Der Kuhmagen ist dafür nun leider nicht ausgelegt und bei er Verdauung des ungeeigneten Futters entstehen giftige Stoffe, die über verschiedene Wege auch in unseren Nahrungskreislauf gelangen (das ist ein weites Feld...ich empfehle wirklich das Buch; es ist zwar sehr "amerikanisch", aber durchaus interessant!).
Bödi hat direkt vor seiner Erkrankung größere Mengen Pansen gefressen, vielleicht besteht da ein kausaler Zusammenhang.

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Freitag, 4. Januar 2013

Herr Bödefeld und die Bauchspeicheldrüse

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Hinter Bödi liegen nun viele Wochen, in denen er mit anhaltenden Durchfällen und den ungeliebten Tierarztbesuchen zu kämpfen hatte.
Waren die Durchfälle zu Beginn zwar immer wiederkehrend, aber nicht dauerhaft, verschlimmerte sich sein Stoffwechselendprodukt später von Tag zu Tag, zum Schluss kam nur noch dunkelgrüner Brei, von täglich größer werdenden durchsichtigen Schleimmassen begleitet.

Der ursprüngliche Plan war, seine Verdauung zunächst mit Schonkost (in unserem Fall gekochte Pute, erst gekochter Reis, später gekochte Kartoffeln und Hüttenkäse) auf ein gutes Level zu bringen, um dann Futtermittelunverträglichkeiten auszutesten. Das Unterfangen ist gescheitert, denn auch mit Schonkost wurde die Durchfälle nicht besser, sondern verschlimmerten sich weiter.

Umfangreiche Kotuntersuchungen haben ergeben: nix!
Keine Parasiten, keine falschen Bakterien, keine Hefen - alles unauffällig. Begleitend zu den Untersuchungen bekam Bödi wöchentlich eine Vitamin B 12 Spritze, da es bei der Fütterungsweise des Barfens, die wir ja praktizieren, zu einem Mangel eben dieses Vitamins kommen kann, der wiederum eine Ansiedlung unerwünschter Bakterien in Magen (oder Darm, ich weiß es nicht mehr genau) begünstigen kann. Aber auch das hat zumindest kurz- und mittelfristig keine sichtbare Verbesserung erzeugt.

Seit Heiligabend bekommt Herr Bödefeld nun 2 x täglich EnzymoPank in sein Futter gemischt. Der Erfolg stellte sich geradezu rasant ein. Bereits am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages ...tja... ich nenn die Dinge mal beim Namen.... machte Bödi einen Premiumhaufen. Ja, so kann man das durchaus nennen. Das war doch schon mal ein Weihnachtswunder. Über Nacht von grünem Brei und Schleim zu festem, geformten Output. Wunderbar. Oder doch nicht?

EnzymoPank enthält, neben unterstützenden verdauungsfördernden Kräutern, Enzyme aus Schweinepankreas, die eine Verdauung des Futters gewährleisten. Beworben wird das Mittel mit einer "hohen Ativität" - jo, das stimmt! Und diese hohe Aktivität beginnt schon in der Futterschüssel. Die Gebrauchsanweisung weist darauf hin, EnzymoPank erst kurz vor der Fütterung in das Futter zu mischen und auch daran sollte man sich tunlichst halten.

Ich kann versichern, EnzymoPank meets Hüttenkäse bedeutet schon nach kurzer Zeit, dass das Futter nach Erbrochenem (is ja klar = Angedautes oder Vorverdautes) stinkt. Da erhält die Gesichtshygiene nach dem Füttern bei unseren vierbeinigen Bartträgern gleich eine ganz neue Bedeutung!!!

Schön, dass das Mittel so schnell gewirkt hat, was aber im Umkehrschluss nahelegt, dass Bödis Bauchspeicheldrüse nicht so arbeitet, wie wir uns das wünschen. Das würde ja auch erklären, warum wir in den 1,5 Jahren vor dem Barfen kein Futter, also wirklich gar kein Fertigfutter, gefunden haben, dass unser Hund vertragen hätte. Aber hätte er nicht dann erst recht auf Rohfütterung reagieren müssen?

Wer Erfahrungen hat mit an der Bauchspeicheldrüse erkrankten Hunden oder Bauchspeicheldrüsenunterfunktion und Barfen, der ist gerne eingeladen, seine Erfahrungen mit uns zu teilen.

Unser weiteres Vorgehen sieht so aus, dass Bödi, nachdem er seit fast zwei Wochen mit Schonkost und Enzymen eine stabile Verdauung hat, wir nun auf seine gewohnte Rohfütterung umstellen werden - weiterhin in der Kombination mit Enzymen und wenn das auch gut klappt, später zur Provokation die Enzyme von heute auf morgen weglassen. Sollte sich die Verdauung daraufhin wieder verschlechtern, werden wir seine Bauchspeicheldrüse unter die Lupe nehmen.

PS: Was mir gerade noch einfällt: Mit der Gabe der Enzyme hat sich auch Bödis Einstellung zum Fressen verändert. Jetzt benimmt er sich doch tatsächlich wie ein (in meiner Vorstellung) normaler Hund. Er steht neben mir in der Küche, wenn ich sein Futter zubereite, geht sofort zum Futternapf, wenn ich ihn abstelle und frisst es auch noch auf! Direkt! Ohne obligatorischen Rest. Das wäre früher nicht denkbar gewesen; Fressen war für Bödi immer mehr Pflicht als Freude. Mit Beginn des Barfens hatte sich das zwar schon sehr gebessert, aber richtig mit Genuss oder einem offensichtlichen Appetit oder Hungergefühl hat er nie gefressen. 

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Samstag, 1. Dezember 2012

Herr Bödefeld und der Jahresrückblick 2012

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Mit Bedauern habe ich festgestellt, dass ich 2012 hier so wenig wie noch nie gepostet habe.
Dabei war 2012 für uns und für Herrn Bödefeld total schön. Keine Katastrophen, keine schweren Krankheiten, weder bei Mensch noch Hund; wir haben viele schöne Momente zusammen erlebt und haben kein wenig Grund zum Klagen.

Bödi und seine Hundekumpels

Herr Bödefeld wird (langsam) erwachsen
Wenn wir insgesamt auf das vergangene Jahr zurück schauen, stellen wir mit Erleichterung fest, dass unser Bödchen doch ein wenig "erwachsener" geworden ist. Das heißt z.B. dass er zumindest versucht, sich zurück zu nehmen und nicht jedem seiner, nicht immer von uns gern gesehenen Ideen, sofort und nachdrücklich nachkommen muss. Es fällt Bödi leichter, Grenzen zu akzeptieren und Befehle Signale umzusetzen, auch wenn ihm das gerade nicht in den Kram passt.

Bödi und seine Freundin Ines

Herr Bödefeld und die Rehe
Damit uns aber nicht langweilig wird, hat er sein Jagdinteresse deutlich erhöht. Das bedeutet für ihn und für uns: vermehrtes Training und öfter an die lange Leine, so lange er nicht kapiert, dass nicht jede Wildspur es wert ist, umgehend verfolgt zu werden. Die heimische Fauna macht uns das nicht gerade leicht. Wie ich immer sage: kaum verlässt man das Haus, tritt man auch schon auf das erste Reh. er Wildbestand rund um unseren Ort ist - in meinen Augen - wirklich eine Plage. Es vergeht kein Spaziergang, bei dem wir nicht eine fast 2 stellige Anzahl an Rehen treffen. In den letzten Tagen ist auch wieder das wilde Rudel Muffel-Wild bei uns "hinterm Haus" und die kennen ja keine Scheu vor gar nix.

Das wettermäßig schlechte Frühjahr hat übrigens zu einem enormen Anstieg der Wildpopulation geführt, denn durch die späte Heuernte waren viele Rehkitze schon so weit entwickelt, dass sie nicht vom Mähdrescher getötet wurden. Die Jäger hingegen sehen das natürlich ganz anders, laut Radio Berg habe sich der Wildbestand hier im Bergischen nicht verändert. Die Pächterin des Jagdreviers, in dem wir leben behauptet angeblich sogar, es sei eine schlechte Pacht, da es hier kaum Rehe gebe. Kein Wunder liebe Jäger da draußen, ich seh euch auch immer nur mit dem Auto durch den Wald heizen, am liebsten würden Ihr doch aus dem Jeep raus auf das Wild feuern. Da würde ich als Bambi auch die Biege machen. Aber nun genug davon, man sieht: ich bin genervt vom Thema Rehe :)

Bödi hat Witterung aufgenommen!

Herr Bödefeld im Fußball-Europameisterschafts-Bootcamp
Unser kleiner (höhö) Bödibär ist ja nicht gerade bekannt dafür, nervenstark und besonders souverän zu sein, aber auch hier hat er gute Fortschritte gemacht. So manches Training hat Wirkung gezeigt und ein bißchen mehr Lebenserfahrung tut wohl auch ihr übriges.

Was Bödi gar gar gar nicht mag ist von Menschen verursachter Krach. Damit meine ich: lautes Schreien, Pfiffe, Klatschen usw. Ich weiß, dass Bödi im wilden Weidenwald super sozialisiert worden ist. Bei Happels ist immer was los, jede Menge Besuch, ob groß oder klein lernen die Welpen kennen und sie bekommen in den ersten 8 Lebenswochen alles an Reizen geboten, was man sich so denken kann. In den darauf folgenden 8 Wochen haben wir mit Bödi bei meiner Großfamilie gewohnt, wo auch noch viel Trubel und Action herrschte. Aber seitdem leben wir drei zusammen in einer recht abgelegenen Gegend, damals noch mit wenig Nachbarn und wenig, ich nenn' es jetzt mal "Umweltstress", halt ein beschauliches Landei-Leben. Bödis Herrchen und ich haben keine Kinder und auch sonst gehen wir nicht in einem temperamentvollen Tonfall miteinander um. Das ist meine Theorie, warum Bödi eher die leiseren Töne mag und auf laute Menschen einfach nicht so gut klar kommt.

Da wir hier aber nicht in einer Seifenblase leben, muss Hund auch mit schreienden Menschen zurecht kommen, ohne gleich in einen hysterischen Bell-Anfall zu verfallen. Und jetzt komm ich endlich zum eigentlichen Thema: diesen Sommer bot sich uns die ideale Gelegenheit, Bödi unter von uns kontrollierbaren Gegebenheiten an "Menschenlärm" zu gewöhnen:

Die Fußball-Europameisterschaft und die Nachbarschaft trifft sich zum Rudelgucken bei uns auf der Veranda!
Unsere Nachbarschaft, seit unserem Einzug hier, gar nicht mehr so klein, ist fast vollständig 1. FC Köln-  Fußballverrückt und lebt das auch leidenschaftlich, laut und ausdrucksstark aus. Genau das, was wir gebraucht haben!

Das erste Spiel verlief wie nicht anders zu erwarten: Bei jedem Tor oder jeder aufregenden Szene brüllte Herr Bödi los und wollte am liebsten die lautesten Fans maßregelnd anspringen.
Lange Rede kurzer Sinn: drei Wochen lang haben wir Bödi fast täglich mit Leckerli vollgestopft belohnt, wenn es irgendwie laut wurde, sei es beim Torjubel für deutsche Tore, bei Schmerzenslauten und seelischen Qualen bei deutschen Gegentoren oder wenn Schiri und Kommentator sowieso von nix ne Ahnung hatten.

Das Bödelchen lernte schnell und schon beim zweiten Spiel sprang er zwar in aufregenden Szenen auf, aber lediglich um erwartungsfroh bei mir seine Leckerli zu kassieren. Gegen Ende der Europameisterschaft hat Bödi der ganze Krach gar nicht mehr interessiert und er lag schlafend in einer Ecke und war nur froh, wenn ich ihn mit Belohnungshappen in Ruhe gelassen habe. Ansonsten fand er das Turnier glaub ich ganz toll, nach den Spielen lag er höchst zufrieden zwischen den vielen, vielen Beinen. Mitten drin statt nur dabei: ein Briard ist erst dann richtig zufrieden, wen jeder aufpassen muss, dass er nicht auf irgendein Hundekörperteil tritt, weil ein Bödi sich mitten in der Menge einfach am wohlsten fühlt.

Was wir bei dieser Gelegenheit auch trainiert haben ist das Mitgehen mit "Fremden". Bödi geht mit anderen Menschen nicht spazieren, noch nicht einmal mit meinen oder Thorstens Eltern, die nach uns seine engsten Bezugspersonen sind. Als er noch jünger war, ist er noch eher mal auf einen ganzen Spaziergang mitgegangen. Heute reichen ihm 50 Meter und 1 x Pinkeln, danach bewegt er sich keinen Meter weiter. Immerhin hat das Training ergeben, dass auch meine Nachbarin mit ihm vor die Türe gehen kann. Zumindest bis Bödi sich gelöst hat, war er mit seinem Geschäft fertig und sollte danach trotzdem noch weiter mitgehen, hat er sich aus dem Halsband gewunden und ist zurück nach Hause gelaufen, wo Frauchen und Herrchen nicht den Anfang der zweiten Halbzeit verpassen wollten.

Das ist also etwas, was ich auf jeden Fall mit unserem nächsten Hund von klein auf viel intensiver trainieren würde: das Spazierengehen mit anderen Leuten!!!


Herr Bödefeld und das ehemals leidige Thema: Fressen
Die Erfahrung hat uns also gelehrt: Gut Ding will Weile haben und bei einem Bödi lohnt sich ein langer Atem erst Recht.
Was hat uns Bödis Fressverhalten in den letzten Jahren für Nerven gekostet. Er wollte selten und wenn, dann wenig fressen, das was er gefuttert hat, hat er nicht vertragen und Bestätigung über Futter hat ihn auch nie sonderlich interessiert.

Heute frisst er meistens gut und vor allem regelmäßig. Was habe ich mich früher aufgeregt, wenn er tagelang sein Futter verweigert hat. Mit 3 1/2 Jahren frisst er endlich täglich, inklusive der ehemals ungeliebten Gemüseration im Futter, er findet Belohnungsleckerli gut und wartet sogar manchmal abends auf sein Futter. Das kannte ich ja so gar nicht bislang: ein Hund der in der Küche herumlungert und mich dabei beobachtet, was ich da so fabriziere - könnte ja etwas für ihn sein.

Jede Medaille hat ja so zwei Seiten: Früher konnte man Leckerli überall herumliegen lassen, alleine ist Bödi da nie dran gegangen. Heute verschwindet sowas spurlos. Erst neulich beim Bürsten des Hundes: es klingelt an der Türe, ich verlasse den Raum und als ich nur zwei Minuten später wieder komme ist die Belohnungstüte für gutes Betragen beim Unterwolle-Rauskämmen leer. Unfassbar, wenn wir nicht aufpassen, wird aus dem ja noch ein ganz normaler Hund!

Das soll es für erste Mal gewesen sein. Vielleicht folgt die Tage noch ein weiterer Teil des Jahresrückblicks 2012. Stay tuned!



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Freitag, 26. Oktober 2012

Herr Bödefeld und der Gemüsepamp

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Barfen bedeutet nicht nur kiloweise Fleisch anschleppen (lassen) und Öle, Kräuter und Mineralien zusammenrühren, sondern auch den Hund dazu zu bringen, Gemüse zu futtern.

Ich kenne viele Hunde, die fressen Möhren, Gurken etc. am Stück und mit Genuss. Aber erstens ist eine rohe Möhre am Stück ein reiner Magenfüller und zweitens empfindet Herr Bö Grünzeug als echte Zumutung.

Obst und Gemüse wird beim Barfen roh und fein püriert verfüttert. Was dabei im Mixer landet ist bei uns saisonal  verschieden. Generell hat man eine große Auswahl an Sorten, aber auf Hülsenfrüchte, Kohlsorten, Zitrusfrüchte und Nachtschattengewächse sollte man verzichten.
Grün ist immer die Farbe der Wahl an der Gemüsetheke; ungefähr die Hälfte der Obst- und Gemüseration sollte aus grünen Blattsalaten bestehen, wir halten uns an diese Faustregel nicht sklavisch, Hauptsache der Einkaufswagen ist überwiegend grün :)


So könnte ein Gemüse-und-Obst-Einkauf für einen Hund aussehen. Das Bild stammt aus September oder Oktober diesen Jahres. Etwas ganz typisch herbstliches fehlt dieses Mal: Kürbisse.
Der Grund ist eigentlich reine Faulheit, ich habe dieses  Jahr öfter Kürbis für uns Zweibeiner gekocht und hatte schlichtweg keine Lust mehr, noch mehr Kürbisse zu schälen. Dabei sind Kürbisse auch gesund für Hunde, sie enthalten z.B. viel Karotin. Die Zierkürbisse im Hintergrund auf der Fensterbank sind aber für Hunde, genau wie für Menschen, nicht zum Verzehr geeignet.

Obwohl der Löwenzahn zu den Wildkräutern zählt, renne ich nicht über die Wiesen und zupfe ihn in der Nachbarschaft. Wir kaufen ihn im türkischen Supermarkt und die wiederum beziehen ihn aus Italien. Löwenzahn ist ein vitaminreiches Barf-Gemüse, das den Organismus reinigt und den Appetit anregt. Löwenzahn kann oft und in größeren Mengen an unsere vierbeinigen Freunde verfüttert werden.

Grün ist auch der frische Spinat, der für Welpen allerdings nicht geeignet ist und auch auf Grund seines Nitratgehaltes  nicht zu oft an ausgewachsene Hunde gegeben werden sollte.

Der Mangold ist reich an Kalium, Kalzium und Eisen.

Auch der Portulak hat den Weg in unseren Einkaufswagen gefunden. Mein schlaues Buch sagt mir, er sei ein fantastisches Frühjahrsgemüse (ähem, so viel zum saisionalen Einkaufen...). Portulak ist so toll für die canine Ernährung, da er mit vielen Mineralstoffen  und einen hohen Vitamin-C-Gehalt aufwarten kann.


Wenn man Staudensellerie kauft, greift man am besten zu den Exemplaren mit Blättern. Die ätherischen Öle des Staudenselleries wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus.

Petersilie wirkt gut gegen Mundgeruch, sollte aber nicht an trächtige Hündinnen verfüttert werden, da sie eine Fehlgeburt provozieren könnte. Ansonsten ist die Petersilie aber ein wahres Multitalent: Blase, Niere und Verdauungsapparat profitieren von ihr, sie ist hilfreich gegen Hautunreinheiten beim Hund und kann ebenso gegen Scheinträchtigkeit eingesetzt werden.

Obwohl Paprika zu den Nachtschattengewächsen zählen, mixe ich sie in kleineren Mengen dennoch unter das Futter, da sie das Immunsystem stärken und verdauungsfördernd wirken. Aber ausschließlich die roten Früchte verwenden!!

Bödi mag die Sommeredition der Gemüsepampe lieber als den Matsch aus den anderen Jahreszeiten; durch das Obst ist der Brei doch süßer und enthält weniger Bitterstoffe. An Erdbeeren z.B. verwende ich auf die oben gezeigte Menge ca. 1,5 kg. Erdbeeren sind super gegen Durchfall und Blähungen, sie dienen der Entgiftung des Körpers und auch Haut und Fell profitieren von der roten Frucht im Hundenapf. Also im Sommer nicht mit Erdbeeren geizen!

Ich könnte noch ewig weiter schreiben über Gemüse, Obst und Kräuter in der rohen Hundernährung, aber Susanne Reinerth, aus deren Buch "Natural Dog Food" ich die hier aufgeführten Infos entnommen habe, hat das ganz wunderbar und leicht verständlich zusammengefasst.


Hier sorgt rote Beete für die tiefrote Färbung.





Ich finde es immer ganz praktisch, wenn ich noch zwei zusätzliche helfende Hände an meiner Seite habe. Wir frieren Bödis Gemüserationen in 1-Liter-Gefrierbeuteln ein. Dann ist es gut, wenn ich jemanden Bödis Herrchen habe, der die Tüte festhält, während ich sie befülle.

Herr Bödefeld ist ein großer Hund, der große Portionen futtert. Für kleine Hunde sollte man entsprechend kleinere Behältnisse verwenden, denn erst mal aufgetaut, ist das rohe pürierte Gemüse nur wenige Tage im Kühlschrank haltbar. Und wenn man sich die ganze Mühe macht (Einkäufe nach Hause schleppen, klein schnippeln, pürieren, abfüllen und der Abwasch und die Reinigung der Küchenmaschine erst!!!), dann blutet einem doch das Herz, wenn man das selbsthergestellte Hundefutter wegschmeißen muss, weil es verdorben ist.




Und ab mit der Pampe in den Froster.


Und wer sich jetzt von den Bildern abgeschreckt fühlt (die Arbeit, die Sauerei, die Kosten), dem kann ich nur sagen, dass das Wissen WAS genau ich meinem Hund da in den Napf fülle, das alles mehr als aufwiegt.

(Herr Bödefeld würde meine Meinung zwar nicht teilen, der findet das Katzenfutter vom Discounter am allergeilsten, aber der hat kein Mitspracherecht. Ist ja keine Demokratie hier!!!)

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Montag, 11. Juni 2012

Herr Bödefeld und das Geburtstagsfoto: Das Making Of

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Wir sind ganz oft angesprochen und im Internet angeschrieben worden, wie wir das denn gemacht hätten, dass Bödi so ruhig neben diesem großen Fleischberg liegen bleibt. Naja, ich glaube, das waren alles Nicht-Hundebesitzer, denn so schwer ist das nun nicht gerade. Besonders nicht bei Bödi, denn der war ja noch nie der große Fresser.
 

Dennoch ist es gar nicht so leicht, den feinen Herrn zu knipsen. Ich habe 120 Bilder gemacht, bevor ich mit einem halbwegs zufrieden war und dieses dann für sein Geburtstagsposting nehmen konnte. 


Mein Plan war eigentlich, dass Bödi SITZT, schön DIE ÖHRCHEN NACH VORNE KLAPPT und bitte danke IN DIE KAMERA SCHAUT. Bödis Pläne sind ja, wie bereits zig mal erwähnt, nicht immer kongruent zu unseren. 
Und das schaut dann so aus:

Das ganze Drama beginnt schon damit, dass Bödi generell nicht sitzt. Er steht, er rennt oder er liegt, aber er sitzt nicht. Nur wenn er unbedingt muss, auch hier sind wir nicht immer einer Meinung, wann dies denn nun der Fall ist. Bödi hört auf das Signal und/oder Sichtzeichen "Sitz" auch nur dann, wenn er einen Sinn darin sieht. Würde ich ihn jetzt z.B. zu mir rufen, käme er erst mal freudig angewackelt. Würde ich ihm nun mitteilen, dass er sich doch bitte hinsetzen möchte, würde er sich umdrehen und den Raum wieder verlassen. Punkt. Ende der Diskussion.

Anders sieht das schon aus, wenn ich ihn rufe, ihm ein Leckerli zeige und ihn dann bitte, sich hinzusetzen. Ja, ein Leckerl macht für ihn durchaus Sinn: dann setzt er sich!

Oder aber ich rufe ihn, während ich Bürste und Haargummi in der Hand habe; auch das macht für den Briard Sinn = das bedeutet, ich will ihm einen neuen Zopf machen und er kann besser gucken, dafür setzt er sich auch hin. 

Hinsetzen einfach nur um des Sitzen oder des Gehorsams Willens - nö, macht er nicht.

Fotos machen gehört für Herrn Bödefeld leider Gottes nicht zu den sinnhaften Tätigkeiten in einem Hundeleben und so nimmt das Theater seinen Lauf:

    
Hinsetzen soll ich mich. Aha. Egal. Was ist denn das da?
Liegen ist doch viel bequemer. Ich hab's gerne bequem. Die kann mich auch im Liegen knipsen.
Wedel mir ja nicht mit dem Finger durch das Gesicht. Da komm ich gar nicht drauf klar. Du bist Luft. Lass mich.
Wie jetzt? Gerade sitzen? Ich sitze doch!
Die Wiese ist so rutschig, das passiert von ganz alleine. Bin zu schwer zum Sitzen.
Da läuft ne Ameise. Haste auch gesehen?
Da ist ja noch eine. Hier muss irgendwo ein Nest sein!
Ist das für mich? Kann man das futtern?
Was macht Nachbar P. da auf seinem Traktor? Ob ich mal rüber laufen soll?
Ja ist ja gut jetzt, ich muss halt die Nachbarschaft im Auge behalten. Wer weiß, was die anstellen, wenn ich hier nicht die Kontrolle behalte!
Endlich fertig mit Knipsen? Ich probier das jetzt!
Ey, da ist ne Katze. So kann ich mich nicht konzentrieren. Soll ich vielleicht lieber die Katze statt der Torte.....
ok, ok.
Kamera aus jetzt bitte! Ich will meine Ruhe beim Fressen. Keine Presse!
Zwischendurch ein bißchen Anspielen muss sein.
Ich brauch ne Pause
Oh ein Mauseloch
Da rennt doch schon wieder einer über den Hof! Muss ich einschreiten?

Ganz schön anstrengend, so ein Fotoshooting
TSchööö   

Samstag, 3. Dezember 2011

Herr Bödefeld am 03. Dezember 2011

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Meine wichtigste Küchen-Requisite besteht aus pinkem Latex, sonst hat man wenig Chancen den Pansen-Geruch jemals wieder von den Fingern zu bekommen.

Pansen wird hier immer direkt aus der Hand gefüttert. Herr Bödefeld hält den Kuhmagen nämlich für so toll, dass er ihn am liebsten in sein Körbchen oder noch schlimmer: aufs Sofa verschleppen will.

Blöder Nebeneffekt der Pansenfütterung: danach 3 Tage Hungerstreik aus Trotz, da man sich nicht mehr mit Nicht-Pansen zufrieden gibt.... *sigh*

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Sonntag, 14. August 2011

Herr Bödefeld wird gebarft

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und das seit mittlerweile 8 - 9 Monaten. Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen.


B.A.R.F.
ist ein Akronym und kommt aus dem Amerikanischen und bedeutete zunächst Born Again Raw Feeders. Später wurde es als auch Abkürzung für Bones and Raw Foods oder Biologically Appropriate Raw Foods gebraucht.
Im Deutschen wird B.A.R.F. mit Biologisch Artgerechtes Rohes Futter übersetzt.


"Barfen" bedeutet, bei allem Brimborium was zum Teil darum veranstaltet wird, eigentlich nur, dass Hunde mit rohem, frischem Futter gefüttert werden, um die natürliche Ernährung des Vorfahren Wolf zu imitieren.

In unserem individuellen Fall, also im Bödefeldschen Haushalt, füttern wir Herrn Bödefeld mit rohem Fleisch, Innereien und ungegarten, fleischigen Knochen, püriertem Gemüse und Obst, wenig Milchprodukten und möglichst ohne Getreide.
Das ist das Idealziel. Im Urlaub aber haben wir ihm Dosenfutter gefüttert (Lukullus Gourmet), weil ich nun gar keine Lust und Möglichkeit hatte, in unserer Ferienwohnung Fleisch und Knochen für eine Woche zu kühlen.

Die Entscheidung, Bödi zu barfen, war keine bewusste Entscheidung gegen industriell hergestelltes Fertigfutter (das kam erst später hinzu, als er bereits mehrere Monate gebarft wurde), sondern entstand aus der Not heraus, ein Futter zu finden, das unserem Hund gut tut, ihn von seinen Schmerzen nach dem Fressen erlöst und von ihm artgerecht verdaut werden kann.

Bödis erstes Lebensjahr war fütterungstechnisch sehr schwierig. Erst jetzt, nachdem ich bereits zwei Jahre mit ihm zusammenlebe, seine Körpersprache und Verhalten besser kenne, weiß ich oder glaube ich zu wissen, dass Bödi sich lange Zeit mit fiesen Bauchschmerzen gequält hat und so manche Verhaltensauffälligkeit sind mit der Futterumstellung von heute auf morgen verschwunden.

Heute ärger ich mich natürlich, dass wir erst mit B.A.R.F. begonnen haben, als der Hund bereits 18 Monate alt war. Aber Unsicherheiten und Sorgen (Bekommt er alles was er braucht? Kann ich ihn selber ausgewogen ernähren? Das Wachstum bei großen Rassen ist eine sensible Angelegenheit, will ich riskieren, da rumzupfuschen?) und nicht zuletzt auch finanzielle Aspekte (dazu komme ich später noch) haben dazu geführt, dass wir erst verschiedene Fertigfutter durchprobiert haben.


Was hat sich für Bödi verändert nach der Umstellung auf Rohfütterung?
Wenn es darum geht, die Vorzüge des Barfens zu erläutern, wird oftmals die tolle Fellqualität angeführt. Jo, stimmt: wenn Bödis Fell in den wenigen Momenten in der Woche nicht total verstaubt oder verschlammt ist, dann glänzt er wie eine Speckschwarte. Hat er aber auch unter der Fütterung von Trockenfutter!

Eine wirklich drastische Veränderung konnten wir nach der Futterumstellung aber an Ohren und Krallen beobachten.
Nachdem wir Bödi bekommen haben, hatten wir nahezu pausenlos mit Ohrenentzündungen zu kämpfen (also nicht wir Menschen, sondern der Welpe :) ). Wir waren Dauergäste bei unserem Tierarzt, aber die Ohrenentzündungen konnten wir kaum in den Griff bekommen. Erst nachdem wir das Futter vom "glücklichen Hund" abgesetzt hatten, gingen die Entzündungen zurück.

Aber auch unter dem nächsten Trockenfutter waren Bödis Schlappohren permanent sehr verdreckt. Tägliche Reinigung war angesagt und ich war fassungslos, wie viel Ohrenschmalz / Schnodder so ein Hund produzieren kann. Bödi war nach wenigen Wochen soweit, dass er panisch die Flucht ergriffen hat, wenn er nur gesehen hat, wir die die Flasche mit dem Ohrenreiniger aus der Schublade holen.

Und heute? Wenn ich ehrlich bin, habe ich 2011 erst 1 Mal Bödis Ohren gereinigt, nicht weil ich musste, sondern weil ich dachte, das gehört sich doch so. Entzündungen, übermäßige Schmalzproduktion und Juckreiz sind jetzt Vergangenheit. Ich bin mir sicher, dass diese Verbesserung kausal mit der Umstellung auf Rohfütterung zusammenhängt. Genauso wie die Verbesserung seiner Krallen.

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder von Briardhaltern gelesen oder gehört, die es nicht schaffen, die Afterkrallen ihrer Hunde mit einer Krallenzange zu kürzen, da sie so hart sind und demnach nur das Abfeilen hilft. Haha, Bödis Afterkrallen konnte man mit den menschlichen Fingernägeln abknipsen, die einzelnen Hornschichten Schicht für Schicht abziehen bis aufs Leben runter. Die Laufkrallen waren wie ein Teppich an den Rändern total ausgefranst und eingerissen.

Was habe ich nicht alles ausprobiert. Zahlreiche Mittelchen, die Fell- und Krallenwachstum unterstützen sollten, haben wir zusätzlich zum Fertigfutter gefüttert. Nichts hat auch nur eine minimale Verbesserung bewirkt. Heute bekommt Bödi Knochen und Knorpel zu fressen und ich habe an seinen Krallen nichts mehr auszusetzen. Auch in diesem Fall war die Verbesserung unmittelbar im Zusammenhang mit der Futterumstellung zu beobachten.

Die für Bödi wohl wichtigste Verbesserung hängt aber mit dem Verdauungsapparat zusammen. Feste, geformte Kotmengen habe ich bei Bödi erst im Alter von 11 Monaten gesehen (damals noch nicht unter Rohfütterung, sondern mit Fütterung von kaltgepressten, getreidefreien Futterpellets). Durchfall oder übelriechender, weicher, breiartiger Kotabsatz waren vorher nicht die Ausnahme, sondern die Regel. An unzähligen Abenden hat sich der Hund schmerzverkrümmt am Boden gewälzt, Bödis Blähungen haben nicht nur den armen Hund, sondern auch uns gequält. Herr Bödefeld ließ sich als Junghund nur ungern anfassen, besonders am Bauch.

Heute ist Bödis Kotabsatz fest, geformt, mengenmäßig viiiieeeel geringer als mit Fertigfutter und äußerst geruchsarm. Ich kann gar nicht sagen, wie viel angenehmer das ist, kleine Häufchen wegzuräumen, die wirklich fast nicht riechen, als diesen stinkenden Brei vom Boden zu kratzen. :)

Seit Bödi nicht mehr stets mit sich und seinen Bauchschmerzen beschäftigt ist, hat er sich zum Kuschelmonster entwickelt. Nicht nur bei seiner Familie; wenn er Fremde für gut befunden hat, biedert er sich denen auch an, als wären es seine langjährigen Halter und kriecht förmlich in die Personen rein, um gescheit gekrault zu werden.


Womit wird Herr Bödefeld denn nun in der Praxis gefüttert?
In einer perfekten Welt würde Herr Bödefeld verschiedene Fleischarten fressen, sprich: Rind, Geflügel, Lamm, Pferd, Wild und Fisch.

In der Bödefeldschen Welt beschränkt sich das auf Rind und Rind und Rind. *Seuftz*
Der Hund mag nichts anderes. Ich habe alles probiert. Ich dachte, der Hund ist halt verschnuppt, wenn er Hunger hat, wird er schon Geflügel fressen.
Nachdem ich ihm 4 Tage Geflügel vorgesetzt habe und er es 4 Tage vorgezogen hat, zu hungern, gab es am 5. Tag wieder Rind. Lamm hat er einmal gefressen (bestimmt hat er sich vertan) danach nie wieder, Pferd probiert er noch nicht mal - dann dreht er sich angewidert um und verlässt den Raum.

Zur Zeit habe ich verschiedene Fischmischungen und auch ganze Fische im Tiefkühler, das habe ich aber noch nicht getestet.

Am liebsten mag Bödi möglichst große Stücke im Ganzen, z.B. Kalbshaxen (seine absolute No. 1!), große Abschnitte Kalbsbrust, ganze Rinderkehlköpfe oder auch Strossen im Ganzen (letzteres füttern wir allerdings ganz, ganz selten).

Pansen geht natürlich immer. Am liebsten aber nicht den gekauften, sondern den am Stück, den wir von einem Bekannten bekommen, der hobbymäßig Kühe in Ammenhaltung hält und anschließend selber schlachtet.
Wenn ich meine rosa Latexhandschuhe anziehe, um die 10 - 15 kg Mägen zu zerkleinern ist der einzige Moment gekommen, in dem Herr Bödefelds Interesse an der Nahrungszubereitung zeigt und zur Überwachung des Vorgangs neben mir sitzt.

Geflügelhälse, z.B. Entenhälse sind auch so ein Fall für sich. Im Ganzen in der Wohnung verfüttert, werden sie vom Hund mit Mißachtung gestraft; draußen im Garten vorgesetzt, werden sie als Spielzeug gebraucht, angespielt und durch die Luft geschleudert. Erst klein geschnitten und als Belohnung für Suchspiele auf Spaziergängen werden sie auch tatsächlich gefressen. Immerhin etwas Geflügel, das er zu sich nimmt.

Den Obst- und Gemüsebrei (wir nennen es nur "den Pamp") pürieren wir nicht wie viele andere täglich frisch oder 1 x wöchentlich. Wir pürieren alle paar Wochen eine größere Menge und frieren das dann in 3-4 Tagesportionen ein. Jeden Tag oder jede Woche dieser Aufwand und die umständliche Reinigung der Küchenmaschine wär mir zu blöd, dann lieber die Produktion einer größeren Charge und anschließendes bedarfgenaues Auftauen.

An Ölen füttern wir: Leinöl, Hanföl, Nachtkerzenöl, Lachsöl und Dorschlebertran im Wechsel. Als Belohnung gibt es öfter mal Schafsfettleckerlie, das kann bei Bödis sehr schlanker Linie nicht schaden. Als absoluter Reinfall hat sich Ägyptisches Schwarzkümmelöl erwiesen: Futter, was damit kontaminiert ist rührt er nicht an. Ich hab das Zeug in meiner Wut auf den Hund dann selber mal probiert - sorry Bödi, das muss Du wirklich nicht fressen. Widerlich.

Wir füttern verschiedene Nahrungsmittelzusätze, nie alles gleichzeitig und bestimmte Mittelchen auch nur bei Bedarf, dazu zählen z.B. Spirulina, andere Algenarten, Kräutermischungen, Bierhefe, gemahlene Hagebuttenschalen etc. Wenn Bödi mal Bauchgrummeln hat und er sich nicht so wohl fühlt, geb' ich ihm Heilerde für den Magen, bei Durchfällen (was absolut selten ist mittlerweile) bekommt er Moorliquid.

Einmal die Woche bekommt Bödi ein ganzes Ei (ohne Schale, er gehört nicht zu den Hunden, die sich Eier gerne selber aufknacken), ab und an bekommt er Buttermilch, Hüttenkäse, Joghurt oder Quark zugefüttert (Auch mal ein Actimel oder sogar haha - einen Fruchtzwerg, ein bißchen Sünde muss sein).

Was Leckerli betrifft, ist Herr Bödefeld sehr empfindlich, da verträgt er vieles einfach gar nicht. Was gut geht (und das ist dann auch die Ausnahme von unserer Kein-Getreide-Regel) sind die Hundekekse von Terra Canis, die schmecken dem Hund sehr gut, die riechen toll (ich könnte immerzu dran schnuppern!) und Bödi verträgt sie auch gut. Ansonsten bekommt er zur Belohnung getrocknete Fische, Käse, Hundewurst oder getrocknetes Fleisch.


Was kostet denn der ganze Spaß?
In Diskussionen Pro-Barfen wird von den Befürwortern immer gerne angepriesen, Barfen sei nicht teurer als ein mittelmäßiges Fertigfutter.
Das kann ich so nicht bestätigen. Vielleicht sah die Lage vor 10 Jahren noch ganz anders aus, doch heute ist B.A.R.F. ein großer Markt. Schlachthöfe, Metzger und Fleischhändler haben das große Potenzial erkannt, ihre "Abfälle" oder Nebenprodukte (also Innereien, Fleisch und Knochen, die von menschlichen Konsumenten nicht nachgefragt werden) gewinnbringend an Hundehalter zu verkaufen.

Bevor wir gebarft haben, haben wir Bödi sehr hochpreisige Trockenfuttersorten gefüttert. Dennoch schaffe ich es nicht durch die Rohfütterung unter dem Preis für einen Sack teurem Fertigfutter zu bleiben. Ich muss ja nicht nur das Fleisch bezahlen (+ seine Verpackung und Lieferung oder die weite Fahrt zu Anbietern), sondern auch das Gemüse / Obst, die Zusätze und die Öle, die zum Teil doch sehr ins Geld gehen. Dazu kommen die Anschaffungskosten für einen Tiefkühler (die Abnahme von großen Fleischmengen wirkt sich günstig auf das Preis-Leistungsverhältnis aus) und Küchenmaschine sowie deren Stromverbrauch.
Alles in allem ist es so schon etwas teurer als die Fütterung von Trocken- oder Dosenfutter.

Der Aufwand hingegen ist mit Sicherheit geringer, als man das sich als Nicht-Barfer so vorstellt. Das Auftauen und Anrühren der Mahlzeiten dauert wirklich nur unwesentlich länger, als eine Dose oder den Futtersack zu öffnen. Das Pürieren so großer Mengen ist (bei uns jedenfalls) natürlich eine kleine/große Sauerrei, aber wir machen das immer zu zweit, das geht schneller, macht mehr Spaß und wir tun das mit dem Gefühl, etwas Gutes für unser Bödelchen zu tun.

Jetzt ist der ganze Beitrag viel länger geworden, als ich eigentlich geplant hatte und ich bin mir sicher, nachdem ich gleich auf "Post veröffentlichen" geklickt habe, werden mir noch tausend andere Dinge einfallen, die ich im Zusammenhang mit unseren individuellen Barf-Gewohnheiten erzählen wollte.
Ich möchte allerdings noch betonen, das wir absolute Barf-Anfänger sind. Ich möchte lediglich von unseren ganz persönlichen Erfahrungen berichten, weder jemanden bekehren, noch Fertigfutter verteufeln. Ich kenne zahlreiche Hunde, die sehr gut mit Fertigfutter fahren, toll aussehen, gesund sind und keine Auffälligleiten zeigen. (Ich kenne aber auch Hunde, die möglichst billiges Futter bekommen, also richtigen Schrott und das sieht man diesen Hunden auch an. Auch sind mir Hunde bekannt, die zusätzlich zum Fertigfutter zahlreiche Ergänzungsmittel gefüttert bekommen und durch diese Überversorgung genauso &$"%/§ aussehen, aber ich fange schon wieder an zu schwallen....)


Folgende Bücher haben mir bei der Umstellung auf BARF sehr geholfen:

"Natural Dog Food. Rohfütterung für Hunde. Ein praktischer Leitfaden"
von Susanne Reinerth


und

"BARF. Biologisch Artgerechtes Rohes Futter. Die artgerechte Ernährung des Hundes mit BARF. Mit Tabellen, Futterplänen, Literatur- und Linktipps"
von Swanie Simon.
Wir beziehen unser Fleisch, Öle und Futterzusätze von Hund und Sport Hungenberg.


Ein weiterer Literaturtipp, den ich vom Frauchen von Bödis Schwester Hermine bekommen habe, möchte ich auch weitergeben:

"Katzen würde Mäuse kaufen. Schwarzbuch Tierfutter"
von Hans-Ulrich Grimm

Ein Buch für alle, die sich dafür interessieren, was sie da eigentlich genau ihrem Vierbeiner in den Futternapf füllen.
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PS: Spätestens seit wir Bödi zum ersten Mal dabei beobachtet haben, mit wie viel Spaß und Hingabe Herr Bödefeld eine Kalbshaxe, oder wie auf den Bildern oben einen Kalbsbrustknochen, zerlegt hat, können wir uns nicht mehr vorstellen, ihm je wieder Trockenfutter zu geben.
Das ist die Natur des Hundes und dafür sind seine Zähne und sein Verdauungstrakt ausgelegt.


Bödi nach der anstrengenden Ackerei an der Kalbsbrust. Ich finde, er schaut ziemlich zufrieden aus :)