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Samstag, 19. Januar 2013

Herr Bödefeld und die Bauchspeicheldrüse Teil 2

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Vielen Dank für Eure Erfahrungsberichte und Rückmeldungen zum Thema Bauchspeicheldrüse. Weil ich eine schreibfaule Socke bin, antworte ich hier allen Nachfragen zu Bödis Befinden.
Besonders spektakulär ist es dann auch nicht, denn zur Zeit ist alles gut.

Herr Bö bekommt nun seit zwei Wochen wieder rohes Fleisch + püriertes Obst und Gemüse und zusätzlich das EnzymoPank - damit hat er keine Probleme, einen guten Output und er frisst nun sehr gerne sein Futter.

Zum "Gestank" des Enzympräparates: diesen üblen Geruch nach Erbrochenem hatten wir nur bei der Fütterung seiner Schonkost. Ich nehme mal an, dass es an der Kombination Enzym + Milchprodukt gelegen hat, denn vermischt mit Bödis BARF-Futter entwickelt sich kein unangenehmer Geruch.

Wenn ich alle Berichte über Bauchspeicheldrüseprobleme und Barfen, die mich erreicht haben, zusammenfasse, dann hat die Rohfleischfütterung in den mir bekannten Fällen nicht geklappt.  So gesehen, vermute ich eher, dass Bödi einfach eine fiese Magen-Darm-Erkrankung hatte, deren Ursache wir vielleicht nie raus kriegen werden. Aber aktuell bekommt er noch ca. 2 Wochen die Enzyme und dann gucken wir mal, ob sich seine Verdauung wieder verschlechtert und dann schauen wir der Doc seine Bauchspeicheldrüse mal ganz genau an.


Aber ich vermute, es war irgendein blöder Infekt. Oder vielleicht doch eine Futtermittelunverträglichkeit. Ich habe da ja den Pansen im Verdacht, den wir im November in einer Landschlachterei gekauft haben. Meine Theorie klingt zwar etwas weit hergeholt, aber wer weiß.

Meine Vermutung basiert auf den Aussagen von Jonathan Safran Foer in seinem Buch "Tiere essen". Er beschreibt darin, wie die grundlegend falsche Fütterung von Rindern zum Ansiedeln von gefährlichen Bakterien in deren Mägen führt. Schlachtvieh wird heute in der Massentierhaltung fast ausschließlich mit Kraftfutter gefüttert, das wiederum auf Mais basiert. Der Kuhmagen ist dafür nun leider nicht ausgelegt und bei er Verdauung des ungeeigneten Futters entstehen giftige Stoffe, die über verschiedene Wege auch in unseren Nahrungskreislauf gelangen (das ist ein weites Feld...ich empfehle wirklich das Buch; es ist zwar sehr "amerikanisch", aber durchaus interessant!).
Bödi hat direkt vor seiner Erkrankung größere Mengen Pansen gefressen, vielleicht besteht da ein kausaler Zusammenhang.

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Freitag, 4. Januar 2013

Herr Bödefeld und die Bauchspeicheldrüse

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Hinter Bödi liegen nun viele Wochen, in denen er mit anhaltenden Durchfällen und den ungeliebten Tierarztbesuchen zu kämpfen hatte.
Waren die Durchfälle zu Beginn zwar immer wiederkehrend, aber nicht dauerhaft, verschlimmerte sich sein Stoffwechselendprodukt später von Tag zu Tag, zum Schluss kam nur noch dunkelgrüner Brei, von täglich größer werdenden durchsichtigen Schleimmassen begleitet.

Der ursprüngliche Plan war, seine Verdauung zunächst mit Schonkost (in unserem Fall gekochte Pute, erst gekochter Reis, später gekochte Kartoffeln und Hüttenkäse) auf ein gutes Level zu bringen, um dann Futtermittelunverträglichkeiten auszutesten. Das Unterfangen ist gescheitert, denn auch mit Schonkost wurde die Durchfälle nicht besser, sondern verschlimmerten sich weiter.

Umfangreiche Kotuntersuchungen haben ergeben: nix!
Keine Parasiten, keine falschen Bakterien, keine Hefen - alles unauffällig. Begleitend zu den Untersuchungen bekam Bödi wöchentlich eine Vitamin B 12 Spritze, da es bei der Fütterungsweise des Barfens, die wir ja praktizieren, zu einem Mangel eben dieses Vitamins kommen kann, der wiederum eine Ansiedlung unerwünschter Bakterien in Magen (oder Darm, ich weiß es nicht mehr genau) begünstigen kann. Aber auch das hat zumindest kurz- und mittelfristig keine sichtbare Verbesserung erzeugt.

Seit Heiligabend bekommt Herr Bödefeld nun 2 x täglich EnzymoPank in sein Futter gemischt. Der Erfolg stellte sich geradezu rasant ein. Bereits am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages ...tja... ich nenn die Dinge mal beim Namen.... machte Bödi einen Premiumhaufen. Ja, so kann man das durchaus nennen. Das war doch schon mal ein Weihnachtswunder. Über Nacht von grünem Brei und Schleim zu festem, geformten Output. Wunderbar. Oder doch nicht?

EnzymoPank enthält, neben unterstützenden verdauungsfördernden Kräutern, Enzyme aus Schweinepankreas, die eine Verdauung des Futters gewährleisten. Beworben wird das Mittel mit einer "hohen Ativität" - jo, das stimmt! Und diese hohe Aktivität beginnt schon in der Futterschüssel. Die Gebrauchsanweisung weist darauf hin, EnzymoPank erst kurz vor der Fütterung in das Futter zu mischen und auch daran sollte man sich tunlichst halten.

Ich kann versichern, EnzymoPank meets Hüttenkäse bedeutet schon nach kurzer Zeit, dass das Futter nach Erbrochenem (is ja klar = Angedautes oder Vorverdautes) stinkt. Da erhält die Gesichtshygiene nach dem Füttern bei unseren vierbeinigen Bartträgern gleich eine ganz neue Bedeutung!!!

Schön, dass das Mittel so schnell gewirkt hat, was aber im Umkehrschluss nahelegt, dass Bödis Bauchspeicheldrüse nicht so arbeitet, wie wir uns das wünschen. Das würde ja auch erklären, warum wir in den 1,5 Jahren vor dem Barfen kein Futter, also wirklich gar kein Fertigfutter, gefunden haben, dass unser Hund vertragen hätte. Aber hätte er nicht dann erst recht auf Rohfütterung reagieren müssen?

Wer Erfahrungen hat mit an der Bauchspeicheldrüse erkrankten Hunden oder Bauchspeicheldrüsenunterfunktion und Barfen, der ist gerne eingeladen, seine Erfahrungen mit uns zu teilen.

Unser weiteres Vorgehen sieht so aus, dass Bödi, nachdem er seit fast zwei Wochen mit Schonkost und Enzymen eine stabile Verdauung hat, wir nun auf seine gewohnte Rohfütterung umstellen werden - weiterhin in der Kombination mit Enzymen und wenn das auch gut klappt, später zur Provokation die Enzyme von heute auf morgen weglassen. Sollte sich die Verdauung daraufhin wieder verschlechtern, werden wir seine Bauchspeicheldrüse unter die Lupe nehmen.

PS: Was mir gerade noch einfällt: Mit der Gabe der Enzyme hat sich auch Bödis Einstellung zum Fressen verändert. Jetzt benimmt er sich doch tatsächlich wie ein (in meiner Vorstellung) normaler Hund. Er steht neben mir in der Küche, wenn ich sein Futter zubereite, geht sofort zum Futternapf, wenn ich ihn abstelle und frisst es auch noch auf! Direkt! Ohne obligatorischen Rest. Das wäre früher nicht denkbar gewesen; Fressen war für Bödi immer mehr Pflicht als Freude. Mit Beginn des Barfens hatte sich das zwar schon sehr gebessert, aber richtig mit Genuss oder einem offensichtlichen Appetit oder Hungergefühl hat er nie gefressen. 

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Dienstag, 18. Dezember 2012

Herr Bödefeld am 18.12.2012

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Bödi ist der Meister des passiven Widerstands!

Das Bild zeigt ihn auf der Flucht vor mir (mit der Ohrreinigungsflüssigkeit in der Hand). Hier wendet er die Taktik " Krankes Ohr verstecken" an, noch beliebter ist in der Regel sein Plan: "Krankes Ohr unzugänglich machen", indem er sich einfach platt auf die Seite legt, jegliche Körperspannung los lässt und wie ein nasser Waschlappen auf seinem kranken Ohr liegt.
Da soll mal einer dran kommen!

Bödi und ich wären heute nachmittag auch ein gutes Bild des Tages Motiv gewesen, als Bödi im Wartezimmer beim Tierarzt auf meinen Schoss gekrabbelt ist. Mein Gott ist der Hund schwer geworden.
Ansonsten gibt es nichts viel neues. Das Ohr bessert sich, wird aber noch ein paar Tage weiter behandelt. Die Verdauung ist an manchen Tagen ok und an anderen wiederum überhaupt nicht. Heilig Abend ist unser nächster Termin beim Doc.

Die Hauptsache ist: Bödi is jut drupp!

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Mittwoch, 12. Dezember 2012

Herr Bödefeld am 12.12.2012

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Also jetzt häufen sich aber die "Dramen" in einem Hundeleben: Bödis Lieblingsspielzeug hat nach 3 Jahren den Geist aufgegeben!

Bödi ist ja Einzelkindhund und verfügt dementsprechend über ein ganzes Arsenal an Spielzeug, um ein eigenes Hundespielzeuggeschäft eröffnen zu können. Wenn man es aber auf das Wesentliche reduzieren müsste, hätte dieses Spieli wahrscheinlich vollkommen ausgereicht (zumindest draußen) und jetzt ist es hinüber. So was aber auch!

Dank Eurer guten Gedanken an Bödi geht es ihm schon wieder sehr gut. Die wirklich ätzende Ohrenentzündung schaut nach den ersten beiden Salbengaben schon wieder viel besser aus und Bödi ist geradezu begeistert vom gekochten Diätfutter. Einzig ich habe noch ein ziemlich schlechtes Gewissen und frage mich, ob wir das kranke Ohr eher bemerken hätten müssen/können. So offen, wund und rot habe ich ein Hundeohr noch nicht gesehen. Bödi zeigt sich heute sehr entspannt und ruhig.

Aber nicht mehr lange, wir gehen jetzt nämlich raus in den Schnee.

Vielen Dank an alle guten Tipps bezüglich Ernährung, Hundemantel, Untersuchungsmöglichkeiten etc!!!!

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Dienstag, 11. Dezember 2012

Herr Bödefeld am 11.12.2012

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Oh mein Gott, was für ein Tag. Ich schlage das eine oder andere Kreuz, wenn er vorüber ist.

Bödi war heute nervlich nicht gut drauf. Die viertägige Trennung von mir steckt ihm doch wohl noch etwas in den Knochen. Die Bauch und Ohrenschmerzen haben bei ihm als Junghund schon zu starken Stressreaktionen geführt und das war heute nicht anders.

Bödi hat heute bis gerade eben nicht eine Minute geschlafen, das kann an guten Tagen schon zu Unleidlichkeit beim Hund führen, mit Schmerzen in Bauch und Ohren war das Maß dann voll. Er hat stundenlang gesabbert und gehechelt - ununterbrochen.



Einzig wenn wir draußen  im Schnee waren, hat ihn das abgelenkt und dort war er sogar ganz gut bis albern drauf. Also habe ich mir heute stundenlang draußen Nase und Ohren abgefroren, bis endlich die Straße so weit befahrbar war, dass wir zum Tierarzt fahren konnten.

Mit der Umstellung auf BARF vor 2 Jahren waren die regelmäßigen Ohrentzündungen und Durchfälle vorbei ... bis jetzt. Wir waren heute beim Tierarzt, der hat eine ordentliche Ohrenentzündung entdeckt und wegen der Durchfälle eine Ausschlussdiät verordnet. (Bödi hat seit 2 - 3 Wochen Durchfall; wenn er Diätfutter gekocht bekam hörte es auf, mit Einsetzen des normalen Futters fing es wieder von vorne an, deshalb schauen wir mal, ob es am Futter liegt und wer meinen Bericht zum Barfen kennt, der weiß, dass wir Ohrenentzündungen kausal durchaus mit einer Futterunverträglichkeit in Verbindung bringen) Ich habe auch schon einen Verdacht, mal sehen, ob der sich bestätigen wird.

Der Tierarztbesuch war stresstechnisch natürlich die Krönung zusätzlich zu Schmerzen und Schlafmangel. Bödi ist kein Tierarztfan, seit seinem Klinkaufenthalt schon mal überhaupt nicht, da ist seine leicht hysterische Ader keine große Hilfe. Aber dank vielen Trainings macht er seine Sache, den Umständen entsprechend sehr sehr gut. Und in diesem Rahmen möchte ich auf das French-Ridgeback-Kostüm zu Halloween zu sprechen kommen.

Die Fotos auf Facebook wurden von manchen in der Form kommentiert, dass die vielen Zöpfe dem Hund gar nicht in den Kram passen und er einen ungücklichen Eindruck macht. Diese Momentaufnahme derart zu interpretieren - nun gut, jeder wie er will. Natürlich sieht jeder Briard mit offenem Maul und heraushängender Zunge automatisch aus, als sei er gut drauf und Bilder mit geschossenem Maul, großen braunen Kulleraugen, die von unten nach oben in die Kamera schauen machen vielleicht durchaus einen bedröppelten Eindruck, kann schon sein, aber davon kann man doch nicht ableiten, der Hund sei total betrübt.

Aber eigentlich wollte ich auf etwas ganz anderes hinaus. Bödi fand die Zopfaktion nämlich ziemlich gut. Natürlich nicht weil er sich plötzlich besonders hübsch dekoriert fühlte, sondern weil er als Belohnung für die gute Kooperation viele, viele besondere-Gelegenheits-Leckerli (viele nennen es auch "Jackpott") bekam.

Ich habe mit Herrn Bödefeld von klein an trainiert, dass er nicht alltägliche und vielleicht auch manchmal nicht ganz angenehme Manipulationen an seinem Körper aushalten muss. Das machen wir auch mit dem erwachsenen Bödi immer noch ab und an. Die 15 Minuten, in denen er still halten musste, haben ihm nicht weh getan und waren auch nicht unangenehm, aber ich habe halt darauf bestanden, dass er ruhig stehen bleiben muss, einfach nur, weil ich es verlange. Das klingt jetzt vielleicht in machen Ohren etwas rigide, aber durch dieses Training waren wir  vor zwei Jahren in der Lage miteinander allerhand äußerst unangenehme Situationen mitten in der Nacht zuerst beim Tierarzt und später in der Tierklinik zusammen durchzuhalten und das obwohl Bödi in Tierarztpraxen eher zu Panik neigt. Das ist nur eine Vermutung, aber ich könnte mir vorstellen, dass Bödi ohne unser Training beim Tierarzt ein ziemlicher Problempatient wäre.

Unser nächster Tierarztermin ist in einer Woche. Ich denke bis dahin, sollte er sich schon deutlich besser fühlen, das arme Bärchen.

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Mittwoch, 24. Oktober 2012

Herr Bödefeld im Herbst 2012

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*Herr Bödefeld und der Sonnenuntergang
Das Bödelchen scheint sich nicht so recht an das frühe Dunkelwerden gewöhnen zu können.
In der Regel bekommt er zwischen 7 und 8 etwas zu futtern. Wenn er dann seinen Napf geleert hat, zum Fenster schaut und feststellt, dass es draußen bereits dunkel ist, bedeutet das für ihn: Zeit um ins Bett zu gehen.

Wie oft habe ich ihn neuerdings abends gesucht und mutterseelenallein im Schlafzimmer gefunden. Dunkelheit = Schlafenszeit...na der wird sich noch wundern, wenn es schon bald bereits nachmittags zappenduster ist.



* Herr Bödefeld und der blutige Unfall
Bödi, sein Herrchen und ich spielen Frisbee. Ich bin dran mit werfen und die Scheibe rollt Thorsten vor die Füße, der hat die nackte Panik schon in den Augen, denn er weiß ganz genau: Bödi ist eine Dampfwalze und er macht keine Verluste.

Bödi kommt also angestürmt, Thorsten hebt einen Fuß hoch, um den nahenden Zusammenstoß zu vermeiden und Bödi knallt mit voller Wucht vor den Fuß (Hauptsache er hat die Frisbee ergattert!!). Der Wumms war so heftig dass Bödi mit dem Knochenteil am Rand der Augenhöhle die Metallösen von Thorstens Wanderschuhen so zusammengedrückt hat, dass die Schnürsenkel sich nicht mehr haben bewegen lassen und Bödi eine blutige Platzwunde davon getragen hat.

Zuerst haben wir gar nichts gemerkt, Bödi ist stolz wie Oskar mit der Frisbee über die Wiese gelaufen, bis er sich plötzlich immer wieder mit der Vorderpfote an den Kopf geschlagen und  sich danach wild im Gras gewälzt hat. Aber der Bödimann hat noch mal Glück gehabt. Das Auge war nicht betroffen, er hat zwar die Haare an dieser Stelle vorerst verloren, aber die Wunde ist super schnell schön verheilt.
Thorsten schiebt die fixe Heilung auf das gute Heilfleisch von Hunden generell, ich hingegen schwöre auf unsere Superduper-Wundsalbe L-Mesitran.

* Herr Bödefeld ist ein Froschgegner
Ich weiß auch nicht, wo der Fimmel urplötzlich aufgetaucht ist, aber Bödi kann es nicht mehr ertragen, wenn man das Wort "Frosch" ausspricht. Kein Witz. Der hat sie nicht mehr alle. Der tickt nicht ganz richtig. Der hat nicht mehr alle Näpfe im Schrank.

Neulich beim TV schauen. Irgendjemand hat im Fernsehen einen Frosch in der Hand. Ich frage T. warum dieser jemand einen Frosch in der Hand hat. Ich habe also weder mit Bödi gesprochen noch habe ich mit Nachdruck gerufen: OHHHH EIN FROSCH!!!.Stattdessen habe ich das Wort in einem ganzen Satz verwendet, der noch nicht mal an den Hund gerichtet war. Dennoch ist es passiert:

Herr Bödefeld rastet total aus. Und das meine ich so, wie ich es schreibe. Aus-ge-flippt. Er ist rasend (vor Wut, würden wir Menschen behaupten) durch das Wohnzimmer gerannt, hat mit wildem, starren Blick aus dem Fenster gestiert und mit zitternder Unterlippe böse gebellt/geknurrt. Seitdem ist das böse F-Wort ein Tabu, wenn man keinen hündischen Wutanfall provozieren will.

Ich lass das jetzt mal so hier stehen, mehr fällt mir dazu auch nicht mehr ein. :)



* Herr Bödefeld der Farbwechsler

Also, das was ich jetzt schreibe, das bleibt unter uns ja?! Kein Wort zu Bödis Herrchen, der darf davon nichts mitkriegen, also psssttt!

Bödis Herrchen, der sagt nämlich immer, dass es §%&%§egal ist, welche Fellfarbe unser Hund hat und damit ist das Gespräch beendet, aber hier kann ich ja darüber schreiben, gell.

Dass Briards im Jugendalter in die Eisbärphase kommen und ihr Fell deutlich heller wird, das ist mir bekannt. Aber ist es auch normal, wenn die zwei Mal heller werden???!!!
Das Bödchen ist im vergangenen Jahr schon heller geworden, lange nicht so hell oder fast weiß wie andere Briards, auch nicht so hell, wie das auf den Bildern von Dezember 2011 auf der rechten Seitenleiste  erscheinen mag, aber auch er wurde blonder.

Im Frühjahr / Sommer diesen Jahres hat er wieder ein tolles fauve bekommen (was ich ja mal hier zeigen könnte, wenn ich nicht mit dem letzten Blogeintrag im April hängen geblieben wäre - ich hab einfach so wenig Zeit, sorry). Jetzt hat Bödi einen weißen Nacken, zwischen den Schulterblättern wird er auch langsam weiß, dazwischen wachsen vereinzelt viele peschschwarze Deckhaare .... was hat der denn vor? So hell ist er noch nie gewesen, das brauch er jetzt auch nicht mehr nachholen!

Seine Rute trägt Herr Bö neuerdings übrigens auch anders als früher. Euphemistisch ausgedrückt könnte man das so beschreiben: "sehr, sehr fröhlich getragen", man könnte es aber auch eine gekringelte Posthornrute nennen, vielleicht auch Kringelschwänzchen wie ein Ferkel.

Der Schlawiner hat bestimmt mitangehört, wie ich mal laut überlegt habe, ihn evt. diesen Sommer doch noch mal auf einer Outdoor-Ausstellung zu zeigen. Hätte er sich sparen können, wir waren nämlich immer genau zu Ausstellungswochenenden auf Hochzeiten eingeladen und der Plan hatte sich von alleine erledigt.

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Sonntag, 11. Dezember 2011

Herr Bödefeld am 11. Dezember 2011

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Unangemeldete Schwiegermütterbesuche am Sonntagmorgen sind ja so eine Sache für sich. Das schlechte daran: die kommen immer genau dann, wenn die Wohnung sich im schlimmstmöglichen Aggregatszustand befindet!

Das Gute daran: manchmal rückt es auch Dinge vielleicht in die richtige Perspektive.
Zum Beispiel heute: Thorstens Mutter steht unerwartet vor der Tür und hat Fleischwurst mitgebracht (natürlich für den Hund). Ebenso wie bei meiner Mutter schmeißt Bödi sich wie ein Klappmesser ins "Down", weil er weiß, dass er nur dann Fleischwurst kriegt, wenn er ruhig liegt + nett guckt, anstatt alle in einem seiner Temperamentsausbrüche vor lauter Freude über den Haufen zu lieben.

Thorsten und ich waren hingegen total baff, denn wir sind schon seit gestern total verkehrt und schlecht drauf, weil Bödi a) jedes Down auf Signal verweigert; er macht es weder für Geld und gute Worte, noch für tolle Leckerlies, sondern dreht sich um und geht oder versucht durch lustige Kaspereien abzulenken; b) brummelt er seit gestern jedes Mal, wenn er sich selber hinlegt. Wir vermuten natürlich direkt das schlimmste, mindestens eine lebensbedrohliche Krankheit und leiden vermutlich stärker als der Hund und sind fix und foxi. Hat der Hund Schmerzen, wenn ja wo? Was ist los? Wir er den heutigen Tag überleben?

Naja, immerhin kann es ja so schlimm nicht sein, wenn ein zackiges Platz für "Omas" Fleischwurst sofort und unaufgefordert drin ist (ohne Brummeln, ohne Stöhnen, dafür sabbernd und in froher Erwartung).

PS: der Verband da oben auf dem Bild hat uns übringens nicht in eine Sinnkrise gestürzt. Da hat Onkel Bödi sich mal wieder draußen beim toben irgendwo geschrammt. Ein bißchen Wundsalbe auf Honigbasis + Mullbinde, damit er die oberflächliche Wunde nicht beim täglichen Schlammbad verunreinigt und alles ist gut.

Nach dem tollen Tipp von Emils Frauchen schwören auch wir nun auf Wundsalben auf Honig-Basis. Wir haben so manche andere Produkte hier im Haus und nichts hilft so schnell! Seit ich letztens auf irgendeinem dritten Programm eine Sendung über Wundversorgung mit Produkten auf Honig-Basis gesehen habe, bin ich erst recht hin und weg. Eine tolle Sache für Dekubiti, offene Beine und andere chronische Wunden, aber ich schweife ab...

Wir wünschen Euch allen einen besinnlichen 3. Advent!

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Sonntag, 14. August 2011

Herr Bödefeld wird gebarft

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und das seit mittlerweile 8 - 9 Monaten. Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen.


B.A.R.F.
ist ein Akronym und kommt aus dem Amerikanischen und bedeutete zunächst Born Again Raw Feeders. Später wurde es als auch Abkürzung für Bones and Raw Foods oder Biologically Appropriate Raw Foods gebraucht.
Im Deutschen wird B.A.R.F. mit Biologisch Artgerechtes Rohes Futter übersetzt.


"Barfen" bedeutet, bei allem Brimborium was zum Teil darum veranstaltet wird, eigentlich nur, dass Hunde mit rohem, frischem Futter gefüttert werden, um die natürliche Ernährung des Vorfahren Wolf zu imitieren.

In unserem individuellen Fall, also im Bödefeldschen Haushalt, füttern wir Herrn Bödefeld mit rohem Fleisch, Innereien und ungegarten, fleischigen Knochen, püriertem Gemüse und Obst, wenig Milchprodukten und möglichst ohne Getreide.
Das ist das Idealziel. Im Urlaub aber haben wir ihm Dosenfutter gefüttert (Lukullus Gourmet), weil ich nun gar keine Lust und Möglichkeit hatte, in unserer Ferienwohnung Fleisch und Knochen für eine Woche zu kühlen.

Die Entscheidung, Bödi zu barfen, war keine bewusste Entscheidung gegen industriell hergestelltes Fertigfutter (das kam erst später hinzu, als er bereits mehrere Monate gebarft wurde), sondern entstand aus der Not heraus, ein Futter zu finden, das unserem Hund gut tut, ihn von seinen Schmerzen nach dem Fressen erlöst und von ihm artgerecht verdaut werden kann.

Bödis erstes Lebensjahr war fütterungstechnisch sehr schwierig. Erst jetzt, nachdem ich bereits zwei Jahre mit ihm zusammenlebe, seine Körpersprache und Verhalten besser kenne, weiß ich oder glaube ich zu wissen, dass Bödi sich lange Zeit mit fiesen Bauchschmerzen gequält hat und so manche Verhaltensauffälligkeit sind mit der Futterumstellung von heute auf morgen verschwunden.

Heute ärger ich mich natürlich, dass wir erst mit B.A.R.F. begonnen haben, als der Hund bereits 18 Monate alt war. Aber Unsicherheiten und Sorgen (Bekommt er alles was er braucht? Kann ich ihn selber ausgewogen ernähren? Das Wachstum bei großen Rassen ist eine sensible Angelegenheit, will ich riskieren, da rumzupfuschen?) und nicht zuletzt auch finanzielle Aspekte (dazu komme ich später noch) haben dazu geführt, dass wir erst verschiedene Fertigfutter durchprobiert haben.


Was hat sich für Bödi verändert nach der Umstellung auf Rohfütterung?
Wenn es darum geht, die Vorzüge des Barfens zu erläutern, wird oftmals die tolle Fellqualität angeführt. Jo, stimmt: wenn Bödis Fell in den wenigen Momenten in der Woche nicht total verstaubt oder verschlammt ist, dann glänzt er wie eine Speckschwarte. Hat er aber auch unter der Fütterung von Trockenfutter!

Eine wirklich drastische Veränderung konnten wir nach der Futterumstellung aber an Ohren und Krallen beobachten.
Nachdem wir Bödi bekommen haben, hatten wir nahezu pausenlos mit Ohrenentzündungen zu kämpfen (also nicht wir Menschen, sondern der Welpe :) ). Wir waren Dauergäste bei unserem Tierarzt, aber die Ohrenentzündungen konnten wir kaum in den Griff bekommen. Erst nachdem wir das Futter vom "glücklichen Hund" abgesetzt hatten, gingen die Entzündungen zurück.

Aber auch unter dem nächsten Trockenfutter waren Bödis Schlappohren permanent sehr verdreckt. Tägliche Reinigung war angesagt und ich war fassungslos, wie viel Ohrenschmalz / Schnodder so ein Hund produzieren kann. Bödi war nach wenigen Wochen soweit, dass er panisch die Flucht ergriffen hat, wenn er nur gesehen hat, wir die die Flasche mit dem Ohrenreiniger aus der Schublade holen.

Und heute? Wenn ich ehrlich bin, habe ich 2011 erst 1 Mal Bödis Ohren gereinigt, nicht weil ich musste, sondern weil ich dachte, das gehört sich doch so. Entzündungen, übermäßige Schmalzproduktion und Juckreiz sind jetzt Vergangenheit. Ich bin mir sicher, dass diese Verbesserung kausal mit der Umstellung auf Rohfütterung zusammenhängt. Genauso wie die Verbesserung seiner Krallen.

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder von Briardhaltern gelesen oder gehört, die es nicht schaffen, die Afterkrallen ihrer Hunde mit einer Krallenzange zu kürzen, da sie so hart sind und demnach nur das Abfeilen hilft. Haha, Bödis Afterkrallen konnte man mit den menschlichen Fingernägeln abknipsen, die einzelnen Hornschichten Schicht für Schicht abziehen bis aufs Leben runter. Die Laufkrallen waren wie ein Teppich an den Rändern total ausgefranst und eingerissen.

Was habe ich nicht alles ausprobiert. Zahlreiche Mittelchen, die Fell- und Krallenwachstum unterstützen sollten, haben wir zusätzlich zum Fertigfutter gefüttert. Nichts hat auch nur eine minimale Verbesserung bewirkt. Heute bekommt Bödi Knochen und Knorpel zu fressen und ich habe an seinen Krallen nichts mehr auszusetzen. Auch in diesem Fall war die Verbesserung unmittelbar im Zusammenhang mit der Futterumstellung zu beobachten.

Die für Bödi wohl wichtigste Verbesserung hängt aber mit dem Verdauungsapparat zusammen. Feste, geformte Kotmengen habe ich bei Bödi erst im Alter von 11 Monaten gesehen (damals noch nicht unter Rohfütterung, sondern mit Fütterung von kaltgepressten, getreidefreien Futterpellets). Durchfall oder übelriechender, weicher, breiartiger Kotabsatz waren vorher nicht die Ausnahme, sondern die Regel. An unzähligen Abenden hat sich der Hund schmerzverkrümmt am Boden gewälzt, Bödis Blähungen haben nicht nur den armen Hund, sondern auch uns gequält. Herr Bödefeld ließ sich als Junghund nur ungern anfassen, besonders am Bauch.

Heute ist Bödis Kotabsatz fest, geformt, mengenmäßig viiiieeeel geringer als mit Fertigfutter und äußerst geruchsarm. Ich kann gar nicht sagen, wie viel angenehmer das ist, kleine Häufchen wegzuräumen, die wirklich fast nicht riechen, als diesen stinkenden Brei vom Boden zu kratzen. :)

Seit Bödi nicht mehr stets mit sich und seinen Bauchschmerzen beschäftigt ist, hat er sich zum Kuschelmonster entwickelt. Nicht nur bei seiner Familie; wenn er Fremde für gut befunden hat, biedert er sich denen auch an, als wären es seine langjährigen Halter und kriecht förmlich in die Personen rein, um gescheit gekrault zu werden.


Womit wird Herr Bödefeld denn nun in der Praxis gefüttert?
In einer perfekten Welt würde Herr Bödefeld verschiedene Fleischarten fressen, sprich: Rind, Geflügel, Lamm, Pferd, Wild und Fisch.

In der Bödefeldschen Welt beschränkt sich das auf Rind und Rind und Rind. *Seuftz*
Der Hund mag nichts anderes. Ich habe alles probiert. Ich dachte, der Hund ist halt verschnuppt, wenn er Hunger hat, wird er schon Geflügel fressen.
Nachdem ich ihm 4 Tage Geflügel vorgesetzt habe und er es 4 Tage vorgezogen hat, zu hungern, gab es am 5. Tag wieder Rind. Lamm hat er einmal gefressen (bestimmt hat er sich vertan) danach nie wieder, Pferd probiert er noch nicht mal - dann dreht er sich angewidert um und verlässt den Raum.

Zur Zeit habe ich verschiedene Fischmischungen und auch ganze Fische im Tiefkühler, das habe ich aber noch nicht getestet.

Am liebsten mag Bödi möglichst große Stücke im Ganzen, z.B. Kalbshaxen (seine absolute No. 1!), große Abschnitte Kalbsbrust, ganze Rinderkehlköpfe oder auch Strossen im Ganzen (letzteres füttern wir allerdings ganz, ganz selten).

Pansen geht natürlich immer. Am liebsten aber nicht den gekauften, sondern den am Stück, den wir von einem Bekannten bekommen, der hobbymäßig Kühe in Ammenhaltung hält und anschließend selber schlachtet.
Wenn ich meine rosa Latexhandschuhe anziehe, um die 10 - 15 kg Mägen zu zerkleinern ist der einzige Moment gekommen, in dem Herr Bödefelds Interesse an der Nahrungszubereitung zeigt und zur Überwachung des Vorgangs neben mir sitzt.

Geflügelhälse, z.B. Entenhälse sind auch so ein Fall für sich. Im Ganzen in der Wohnung verfüttert, werden sie vom Hund mit Mißachtung gestraft; draußen im Garten vorgesetzt, werden sie als Spielzeug gebraucht, angespielt und durch die Luft geschleudert. Erst klein geschnitten und als Belohnung für Suchspiele auf Spaziergängen werden sie auch tatsächlich gefressen. Immerhin etwas Geflügel, das er zu sich nimmt.

Den Obst- und Gemüsebrei (wir nennen es nur "den Pamp") pürieren wir nicht wie viele andere täglich frisch oder 1 x wöchentlich. Wir pürieren alle paar Wochen eine größere Menge und frieren das dann in 3-4 Tagesportionen ein. Jeden Tag oder jede Woche dieser Aufwand und die umständliche Reinigung der Küchenmaschine wär mir zu blöd, dann lieber die Produktion einer größeren Charge und anschließendes bedarfgenaues Auftauen.

An Ölen füttern wir: Leinöl, Hanföl, Nachtkerzenöl, Lachsöl und Dorschlebertran im Wechsel. Als Belohnung gibt es öfter mal Schafsfettleckerlie, das kann bei Bödis sehr schlanker Linie nicht schaden. Als absoluter Reinfall hat sich Ägyptisches Schwarzkümmelöl erwiesen: Futter, was damit kontaminiert ist rührt er nicht an. Ich hab das Zeug in meiner Wut auf den Hund dann selber mal probiert - sorry Bödi, das muss Du wirklich nicht fressen. Widerlich.

Wir füttern verschiedene Nahrungsmittelzusätze, nie alles gleichzeitig und bestimmte Mittelchen auch nur bei Bedarf, dazu zählen z.B. Spirulina, andere Algenarten, Kräutermischungen, Bierhefe, gemahlene Hagebuttenschalen etc. Wenn Bödi mal Bauchgrummeln hat und er sich nicht so wohl fühlt, geb' ich ihm Heilerde für den Magen, bei Durchfällen (was absolut selten ist mittlerweile) bekommt er Moorliquid.

Einmal die Woche bekommt Bödi ein ganzes Ei (ohne Schale, er gehört nicht zu den Hunden, die sich Eier gerne selber aufknacken), ab und an bekommt er Buttermilch, Hüttenkäse, Joghurt oder Quark zugefüttert (Auch mal ein Actimel oder sogar haha - einen Fruchtzwerg, ein bißchen Sünde muss sein).

Was Leckerli betrifft, ist Herr Bödefeld sehr empfindlich, da verträgt er vieles einfach gar nicht. Was gut geht (und das ist dann auch die Ausnahme von unserer Kein-Getreide-Regel) sind die Hundekekse von Terra Canis, die schmecken dem Hund sehr gut, die riechen toll (ich könnte immerzu dran schnuppern!) und Bödi verträgt sie auch gut. Ansonsten bekommt er zur Belohnung getrocknete Fische, Käse, Hundewurst oder getrocknetes Fleisch.


Was kostet denn der ganze Spaß?
In Diskussionen Pro-Barfen wird von den Befürwortern immer gerne angepriesen, Barfen sei nicht teurer als ein mittelmäßiges Fertigfutter.
Das kann ich so nicht bestätigen. Vielleicht sah die Lage vor 10 Jahren noch ganz anders aus, doch heute ist B.A.R.F. ein großer Markt. Schlachthöfe, Metzger und Fleischhändler haben das große Potenzial erkannt, ihre "Abfälle" oder Nebenprodukte (also Innereien, Fleisch und Knochen, die von menschlichen Konsumenten nicht nachgefragt werden) gewinnbringend an Hundehalter zu verkaufen.

Bevor wir gebarft haben, haben wir Bödi sehr hochpreisige Trockenfuttersorten gefüttert. Dennoch schaffe ich es nicht durch die Rohfütterung unter dem Preis für einen Sack teurem Fertigfutter zu bleiben. Ich muss ja nicht nur das Fleisch bezahlen (+ seine Verpackung und Lieferung oder die weite Fahrt zu Anbietern), sondern auch das Gemüse / Obst, die Zusätze und die Öle, die zum Teil doch sehr ins Geld gehen. Dazu kommen die Anschaffungskosten für einen Tiefkühler (die Abnahme von großen Fleischmengen wirkt sich günstig auf das Preis-Leistungsverhältnis aus) und Küchenmaschine sowie deren Stromverbrauch.
Alles in allem ist es so schon etwas teurer als die Fütterung von Trocken- oder Dosenfutter.

Der Aufwand hingegen ist mit Sicherheit geringer, als man das sich als Nicht-Barfer so vorstellt. Das Auftauen und Anrühren der Mahlzeiten dauert wirklich nur unwesentlich länger, als eine Dose oder den Futtersack zu öffnen. Das Pürieren so großer Mengen ist (bei uns jedenfalls) natürlich eine kleine/große Sauerrei, aber wir machen das immer zu zweit, das geht schneller, macht mehr Spaß und wir tun das mit dem Gefühl, etwas Gutes für unser Bödelchen zu tun.

Jetzt ist der ganze Beitrag viel länger geworden, als ich eigentlich geplant hatte und ich bin mir sicher, nachdem ich gleich auf "Post veröffentlichen" geklickt habe, werden mir noch tausend andere Dinge einfallen, die ich im Zusammenhang mit unseren individuellen Barf-Gewohnheiten erzählen wollte.
Ich möchte allerdings noch betonen, das wir absolute Barf-Anfänger sind. Ich möchte lediglich von unseren ganz persönlichen Erfahrungen berichten, weder jemanden bekehren, noch Fertigfutter verteufeln. Ich kenne zahlreiche Hunde, die sehr gut mit Fertigfutter fahren, toll aussehen, gesund sind und keine Auffälligleiten zeigen. (Ich kenne aber auch Hunde, die möglichst billiges Futter bekommen, also richtigen Schrott und das sieht man diesen Hunden auch an. Auch sind mir Hunde bekannt, die zusätzlich zum Fertigfutter zahlreiche Ergänzungsmittel gefüttert bekommen und durch diese Überversorgung genauso &$"%/§ aussehen, aber ich fange schon wieder an zu schwallen....)


Folgende Bücher haben mir bei der Umstellung auf BARF sehr geholfen:

"Natural Dog Food. Rohfütterung für Hunde. Ein praktischer Leitfaden"
von Susanne Reinerth


und

"BARF. Biologisch Artgerechtes Rohes Futter. Die artgerechte Ernährung des Hundes mit BARF. Mit Tabellen, Futterplänen, Literatur- und Linktipps"
von Swanie Simon.
Wir beziehen unser Fleisch, Öle und Futterzusätze von Hund und Sport Hungenberg.


Ein weiterer Literaturtipp, den ich vom Frauchen von Bödis Schwester Hermine bekommen habe, möchte ich auch weitergeben:

"Katzen würde Mäuse kaufen. Schwarzbuch Tierfutter"
von Hans-Ulrich Grimm

Ein Buch für alle, die sich dafür interessieren, was sie da eigentlich genau ihrem Vierbeiner in den Futternapf füllen.
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PS: Spätestens seit wir Bödi zum ersten Mal dabei beobachtet haben, mit wie viel Spaß und Hingabe Herr Bödefeld eine Kalbshaxe, oder wie auf den Bildern oben einen Kalbsbrustknochen, zerlegt hat, können wir uns nicht mehr vorstellen, ihm je wieder Trockenfutter zu geben.
Das ist die Natur des Hundes und dafür sind seine Zähne und sein Verdauungstrakt ausgelegt.


Bödi nach der anstrengenden Ackerei an der Kalbsbrust. Ich finde, er schaut ziemlich zufrieden aus :)


Sonntag, 17. April 2011

Herr Bödefeld unterm Weihnachtsbaum

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Jetzt hat es doch wieder was gedauert, bis wir uns wieder melden. Aber das Wetter ist auch einfach zu gut, da unternimmt man ja lieber draußen etwas mit dem Briard, als drinnen darüber zu schreiben, was man mit dem Briard unternimmt, gell.

Und trotz des super Sommerwetters, kehren wir hier mit Euch zurück in den Dezember, Ihr kennt nämlich noch gar nicht den Tobi!

An Heilig Abend war das Bödelchen gar nicht gut drauf. Schon morgens beim Fotoshooting für die Weihnachtspost war er nicht guter Dinge und sehr unkooperativ. Da dachte ich noch, seine schlechte Laune läge daran, dass ich ihn um 7 Uhr morgens aus dem Bett geschmissen habe, um Bilder zu knipsen.


Ich will NICHT posieren:


Aber nach einer mehr als abenteuerlichen Fahrt durch die Schneehölle bei meinen Eltern angekommen, hat sich seine Laune immer noch nicht gebessert, dabei hätte er doch in Hochstimmung sein müssen: die ganze Familie zusammen und er als Kronprinz mitten drin!

Immer noch alles doof:


Geschenke auspacken ist auch nicht sooo interessant:



Ich hab keine Lust:


Ausgepackt ist der Knochen immer noch nicht interessanter.

Unser kleiner großer Junge hatte an diesem Tag ganz üble Bauchschmerzen. Ab dem späten Nachmittag hatte Bödi dann Blähungen die direkt aus der Hölle kamen. Schlecht für uns, die wir mit 11 Erwachsenen, zwei Kindern und zwei Hunden auf engem Raum zusammen waren. Das war eine reine Giftgasattacke! Aber gut für unseren Tierarzt, den hätte ich nämlich sonst von seiner Weihnachtsgans weg gezerrt für eine Ursachenforschung!

So ging es unseren Nasen ziemlich schlecht, dem Bödi aber zumindest wieder etwas besser. Und so schlimm kann das dann doch alles nicht gewesen sein, denn als Tobi die Bühne betrat, waren auf einmal andere Dinger wichtiger, als die ollen Bauchschmerzen.


Das ist Tobi, seines Zeichens alter, kleiner Mann mit zwei Zähnen und dem Gemüt eines mürrischen alten Opis.

Als wir Bödi mit acht Wochen von seinen Züchtern abholten, wohnten wir die darauf folgenden acht Wochen bei meinen Eltern und so kam es, dass Bödi und Tobi sich zwar nicht die Wohnung, aber Haus, Garten und Familie teilen mussten.
Uns es war von der ersten Sekunde an eine wahre Hass-Liebe: Bödi hat Tobi sofort geliebt und war ganz begeistert von dem kurzbeinigen Hundchen, Tobi allerdings fand Bödi vom ersten Augenblick an total furchtbar, nervig und superblöd!
Das hat sich auch fast zwei Jahre später übrigens nicht geändert. Bödi liebt Tobi heiß und innig und fordert den senilen Greis immer wieder zum Spielen auf, während Tobi bis dato den Verlust seiner vierbeinigen Alleinherrschaft in der Familie nicht verwunden hat.


Bödi ist ja in vielen Dingen ein ausgesprochener Minimalist. Futtern dient ausschließlich zur Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Verfressen ist echt anders. Kommt aber Einzelkind Bödi in die Nähe fremder Näpfe, bekommt das Thema Nahrungsaufnahme direkt eine ganz neue Qualität. Jemand anderem etwas weg zufressen ist doch direkt viel lustiger!

Haha, hab ich der behaarten Wurst auf vier Beinen alles weggefuttert!


Friedliche Koexistenz?


Bödi im Himmel: bei meinem Onkel und meiner Tante gibt es nicht nur gewürztes, geschmackverstärktes Fertigfutter, deren Zusammensetzung ich nicht wissen möchte, nein, dort wird auch noch mit Extra-Schmankerl der Napf wieder aufgefüllt! Die wissen halt was gut für den Briard ist! Jaja, das Gras ist immer grüner auf der anderen Seite!


T.: Das gehört jetzt aber mir!


B.: Biste dir sicher?!


B.: Das seh ich nämlich ganz anders!


Bödi hat alle Näpfe leer geputzt, noch nicht mal einen Schluck Wasser hat er dem Kleinen noch gegönnt. Seit diesem Abend rennt Bödi übrigens immer direkt zur Wohnungstür meiner Tante, wenn wir doch eigentlich meine Eltern oder meine Oma besuchen wollten. Er kommt auch nicht freiwillig von der Tür weg und man muss ihn zur richtigen Wohnung abführen.
Was sind wir auch für bitterböse Briardbesitzer, die ihren Hund immer wieder von den Himmelspforten wegzerren!


Meine Mama und die Wurst


Hier ein Lehrbeispiel, was ein gut erzogener Hund auf keinen Fall tun sollte:
(Wir arbeiten noch dran :) )


Der Briard an sich: lieber immer mitten drin, statt nur dabei!


Ein weiteres klares Indiz für einen verschlechterten Allgemeinzustand: Bödi fordert noch nicht mal die Jungs zum Spielen auf. Dann ist echt der Wurm drin.


Ein Zahn reicht völlig, um zu zeigen, wer der Hundeherr im Hause ist.


Sie sahen ein Kapitel aus der Romanze "Bödi in love - eine unerwiderte Liebe auf vier Pfoten"

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Montag, 2. August 2010

Herr Bödefeld hat eine kleine Pechsträhne

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Hallo Leute - hier sind wir wieder! Zwar etwas entnervt, aber trotzdem guter Dinge.

Letzte Woche Dienstag war Bödis letzter Kontrollertermin bei der Tierärztin und die hatte nix zu meckern!! Zur Belohnung haben Bödi und ich uns eine tolle neue Strecke "erwandert".

Am Mittwoch gings aber schon wieder gut los: Bödi und ich sind im Wald einem Waldarbeiter begegnet, der gerade seine Mittagspause machte. Bödi geht mit mir unangeleint im Fuß an dem Mann vorbei, als er der Wuschel auf einmal die Nase hochreißt, umdreht und zurück zu dem Typen läuft. Der hatte gerade einen Hähnchenknochen auf den Boden geschmissen, den Bödi prompt aufgenommen und runter geschluckt hat. Toll. Wieder zurück am Auto, bin ich direkt losgedüst und habe Sauerkraut besorgt. Gott sei Dank hat Bödi das sehr gerne gefressen und so kam der Hähnchenknochen zwei Tage später gut verpackt wieder zum Vorschein.

Am Donnerstag haben wir beim Bürsten eine kreisrunde verkrustete Verletzung an Bödis Rücken gefunden. Die Wunde hat weder genässt, noch war sie gerötet oder geschwollen, sah allerdings auch nicht oberflächlich aus. Trotzdem haben wir erst mal die Stelle weiter beobachtet. Am Sonntag Abend war die Kruste dann schwarz. In meinem Kopf liefen schon die wildesten Bilder ab, hat sich doch bei Bödis Herrchen eine simple Schürfwunde am Bein mal zu einem großen Loch entwickelt, das nur noch aus schwarzem nekrotischem Fleisch bestand. Die Ärzte haben damals gesagt, dass dadurch andere schon ihr Bein verloren hätten.

Eigentlich wollte ich am Montag normal zur Arbeit und danach mit Bödi zum Doc, ich war aber morgens schon so aufgeregt, dass an Arbeit nicht zu denken war und wir sind sofort zum Tierarzt. Das neue Unwort lautete gestern dann "Spritzen-Nekrose": eine der vielen, viele Spritzen die Bödi beim Notdienst, in der Klinik oder beim Haustierarzt bekommen hat, ist ihm gar nicht gut bekommen. Evt. hat einer der Ärzte die Hautfalte, die angehoben wird, um die Spritze zu setzen, einmal ganz durchstochen und dadurch ist dann die Infektion entstanden. Örks.

Die Stelle sieht aber weiterhin gut aus, daher beobachten wir, hoffen, dass die Kruste bis zur Abheilung trocken bleibt und nicht aufgekratzt wird und warten. Zur Nachbehandlung haben wir eine Salbe bekommen. Sollte sich die Stelle noch mal negfativ verändern, ist wieder Antiobiose angesagt.
Jetzt reichts mir aber mit Folgeerkrankungen, eigentlich sollten wir doch das meiste jetzt durch haben, oder?!

Trotz allem lässt Bödi sich durch nichts beirren, ist wahnsinnig gut drauf und immer zu Unternehmungen aufgelegt. Und er frisst immer noch sehr gut! Liegt vielleicht auch daran, dass ich es immer noch nicht übers Herz gebracht habe, ihn wieder mit seinem gewohnten Trockenfutter zu füttern. Bödis Verdauung war noch nie so gut wie während seiner Diät und dem anschließenden Teilbarfen. Ich habe den Tip von Emils Frauchen beherzigt und ihn mit hochwertigem Fleisch gefüttert und nun hat er keine Bauchschmerzen mehr und frisst mit großem Appetit.

Mehr von uns gibts später, Bödi und ich machen uns jetzt auf die Socken!


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Freitag, 23. Juli 2010

Herr Bödefeld ist zurück in seinem Revier

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Herr Bödefeld is back in town!

Wir waren also gestern noch mal mit Bödi beim Tierarzt. Da er keine Temperatur hat, die Lunge sich nicht dramatisch anhört, er gut frisst und weniger hustet, wurde erst einmal auf ein Röntgenbild der Lunge verzichtet. Bödi wird statt bis Sonntag Abend, nun bis Dienstag Abend Antibiotikum bekommen und zusätzlich ein schleimlösendes Mittel über sein Futter aufnehmen, das ihm hilft, den zähen Schnodder leichter abzuhusten. Der nächste Kontrolltermin ist dann am Dienstag.

Heute habe ich ihn zum ersten Mal wieder leicht belastet und er durfte eine Runde mitlaufen, die nicht schon nach 15 Minuten wieder vor unserer Haustüre endete. Was hat er sich gefreut!







Kontrolluntersuchung: Was ist hier los? Was gibt's neues? Wo sind die Mäuschen???



Typisch Bödi: "Ich kann auf gar keinen Fall auch nur einen Meter weiter gehen, ich hab da was im Fell. Mach das weg! Sofort!!! Sonst bleib ich hier liegen! Für immer!"

Wenn es um sein Fell geht, ist Bödi eine echte Diva. Wenn wir mit der Hundeschule zum Thema "Interessante Spazierganggestaltung" im Wald unterwegs sind, sind wir immer die Lachnummer, weil der feine Herr sich nach Kontakt mit einem Nano-Ästchen flach hinschmeißt, den Kopf auf den Boden presst und einen auf Teppich macht.
Gerüchten zu Folge, soll er ja nicht der einzige in seiner Linie sein, der sich da etwas, sagen wir mal, empfindsam zeigt...


Der "Übeltäter":


An dieser Kreuzung haben wir Bödi vor ein paar Wochen mal geärgert. Seine Züchterin hat ihn mal ganz treffender Weise als ausgesprochenen Zwei-Mann-Hund beschrieben.

Herrchen, Bödi und Ich sind also zusammen unterwegs, als wir an diese Kreuzung gekommen sind. Dort sind wir Menschen dann wortlos abgebogen, der eine nach rechts, die andere nach links.
Da war der arme Hund aber Not, er hat sich ganz verdattert genau in die Mitte der Kreuzung gesetzt und wie ein Beobachter eines Tennisspiels immer nur von rechts nach links und wieder zurück geschaut. Er konnte sich einfach nicht entscheiden. Erst als Herrchen nach einiger Zeit außer Sichtweite war, hat Bödi sich schweren Herzens erhoben und ist mir nachgetrottet.



Kontrolle muss sein





Herr Bödefeld der Cowboy


Nur noch ein paar Meter durch die Allee und wir sind wieder zu Hause!


Das meiste scheinen wir jetzt überstanden zu haben. Ich glaube schon fast, dass der Leidensdruck bei Bödis Herrchen und mir deutlich höher war, als bei unserem Hund selbst.

Ich habe in den vergangenen Jahren so viele schwere Krankengeschichten übers Internet mitverfolgt und habe mir immer gewünscht, dass ich nicht in die gleiche Situation wie die Familien von Merlin, Dojan, Hoshi, Emil, Charly, Rain und viele, viele andere Hunde komme. Ich dachte damals, ich könnte gut nachvollziehen, was diese Halter und Halterinnen mitmachen.
Im Vergleich zu den Krankheitsbildern und den Leiden dieser Hunde sind wir dieses Mal noch glimpflich davon gekommen und dennoch hat es mich bis an den Rand des für mich Erträglichen gebracht.
Ich wünsche mir für alle Hunde da draußen, dass sie im Falle eines Falles auf ebenso gute und gewissenhafte Ärzte treffen und auch für sie so fest die Daumen gedrückt wird, wie wir es erfahren durften!

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