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Samstag, 1. Dezember 2012

Herr Bödefeld und der Jahresrückblick 2012

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Mit Bedauern habe ich festgestellt, dass ich 2012 hier so wenig wie noch nie gepostet habe.
Dabei war 2012 für uns und für Herrn Bödefeld total schön. Keine Katastrophen, keine schweren Krankheiten, weder bei Mensch noch Hund; wir haben viele schöne Momente zusammen erlebt und haben kein wenig Grund zum Klagen.

Bödi und seine Hundekumpels

Herr Bödefeld wird (langsam) erwachsen
Wenn wir insgesamt auf das vergangene Jahr zurück schauen, stellen wir mit Erleichterung fest, dass unser Bödchen doch ein wenig "erwachsener" geworden ist. Das heißt z.B. dass er zumindest versucht, sich zurück zu nehmen und nicht jedem seiner, nicht immer von uns gern gesehenen Ideen, sofort und nachdrücklich nachkommen muss. Es fällt Bödi leichter, Grenzen zu akzeptieren und Befehle Signale umzusetzen, auch wenn ihm das gerade nicht in den Kram passt.

Bödi und seine Freundin Ines

Herr Bödefeld und die Rehe
Damit uns aber nicht langweilig wird, hat er sein Jagdinteresse deutlich erhöht. Das bedeutet für ihn und für uns: vermehrtes Training und öfter an die lange Leine, so lange er nicht kapiert, dass nicht jede Wildspur es wert ist, umgehend verfolgt zu werden. Die heimische Fauna macht uns das nicht gerade leicht. Wie ich immer sage: kaum verlässt man das Haus, tritt man auch schon auf das erste Reh. er Wildbestand rund um unseren Ort ist - in meinen Augen - wirklich eine Plage. Es vergeht kein Spaziergang, bei dem wir nicht eine fast 2 stellige Anzahl an Rehen treffen. In den letzten Tagen ist auch wieder das wilde Rudel Muffel-Wild bei uns "hinterm Haus" und die kennen ja keine Scheu vor gar nix.

Das wettermäßig schlechte Frühjahr hat übrigens zu einem enormen Anstieg der Wildpopulation geführt, denn durch die späte Heuernte waren viele Rehkitze schon so weit entwickelt, dass sie nicht vom Mähdrescher getötet wurden. Die Jäger hingegen sehen das natürlich ganz anders, laut Radio Berg habe sich der Wildbestand hier im Bergischen nicht verändert. Die Pächterin des Jagdreviers, in dem wir leben behauptet angeblich sogar, es sei eine schlechte Pacht, da es hier kaum Rehe gebe. Kein Wunder liebe Jäger da draußen, ich seh euch auch immer nur mit dem Auto durch den Wald heizen, am liebsten würden Ihr doch aus dem Jeep raus auf das Wild feuern. Da würde ich als Bambi auch die Biege machen. Aber nun genug davon, man sieht: ich bin genervt vom Thema Rehe :)

Bödi hat Witterung aufgenommen!

Herr Bödefeld im Fußball-Europameisterschafts-Bootcamp
Unser kleiner (höhö) Bödibär ist ja nicht gerade bekannt dafür, nervenstark und besonders souverän zu sein, aber auch hier hat er gute Fortschritte gemacht. So manches Training hat Wirkung gezeigt und ein bißchen mehr Lebenserfahrung tut wohl auch ihr übriges.

Was Bödi gar gar gar nicht mag ist von Menschen verursachter Krach. Damit meine ich: lautes Schreien, Pfiffe, Klatschen usw. Ich weiß, dass Bödi im wilden Weidenwald super sozialisiert worden ist. Bei Happels ist immer was los, jede Menge Besuch, ob groß oder klein lernen die Welpen kennen und sie bekommen in den ersten 8 Lebenswochen alles an Reizen geboten, was man sich so denken kann. In den darauf folgenden 8 Wochen haben wir mit Bödi bei meiner Großfamilie gewohnt, wo auch noch viel Trubel und Action herrschte. Aber seitdem leben wir drei zusammen in einer recht abgelegenen Gegend, damals noch mit wenig Nachbarn und wenig, ich nenn' es jetzt mal "Umweltstress", halt ein beschauliches Landei-Leben. Bödis Herrchen und ich haben keine Kinder und auch sonst gehen wir nicht in einem temperamentvollen Tonfall miteinander um. Das ist meine Theorie, warum Bödi eher die leiseren Töne mag und auf laute Menschen einfach nicht so gut klar kommt.

Da wir hier aber nicht in einer Seifenblase leben, muss Hund auch mit schreienden Menschen zurecht kommen, ohne gleich in einen hysterischen Bell-Anfall zu verfallen. Und jetzt komm ich endlich zum eigentlichen Thema: diesen Sommer bot sich uns die ideale Gelegenheit, Bödi unter von uns kontrollierbaren Gegebenheiten an "Menschenlärm" zu gewöhnen:

Die Fußball-Europameisterschaft und die Nachbarschaft trifft sich zum Rudelgucken bei uns auf der Veranda!
Unsere Nachbarschaft, seit unserem Einzug hier, gar nicht mehr so klein, ist fast vollständig 1. FC Köln-  Fußballverrückt und lebt das auch leidenschaftlich, laut und ausdrucksstark aus. Genau das, was wir gebraucht haben!

Das erste Spiel verlief wie nicht anders zu erwarten: Bei jedem Tor oder jeder aufregenden Szene brüllte Herr Bödi los und wollte am liebsten die lautesten Fans maßregelnd anspringen.
Lange Rede kurzer Sinn: drei Wochen lang haben wir Bödi fast täglich mit Leckerli vollgestopft belohnt, wenn es irgendwie laut wurde, sei es beim Torjubel für deutsche Tore, bei Schmerzenslauten und seelischen Qualen bei deutschen Gegentoren oder wenn Schiri und Kommentator sowieso von nix ne Ahnung hatten.

Das Bödelchen lernte schnell und schon beim zweiten Spiel sprang er zwar in aufregenden Szenen auf, aber lediglich um erwartungsfroh bei mir seine Leckerli zu kassieren. Gegen Ende der Europameisterschaft hat Bödi der ganze Krach gar nicht mehr interessiert und er lag schlafend in einer Ecke und war nur froh, wenn ich ihn mit Belohnungshappen in Ruhe gelassen habe. Ansonsten fand er das Turnier glaub ich ganz toll, nach den Spielen lag er höchst zufrieden zwischen den vielen, vielen Beinen. Mitten drin statt nur dabei: ein Briard ist erst dann richtig zufrieden, wen jeder aufpassen muss, dass er nicht auf irgendein Hundekörperteil tritt, weil ein Bödi sich mitten in der Menge einfach am wohlsten fühlt.

Was wir bei dieser Gelegenheit auch trainiert haben ist das Mitgehen mit "Fremden". Bödi geht mit anderen Menschen nicht spazieren, noch nicht einmal mit meinen oder Thorstens Eltern, die nach uns seine engsten Bezugspersonen sind. Als er noch jünger war, ist er noch eher mal auf einen ganzen Spaziergang mitgegangen. Heute reichen ihm 50 Meter und 1 x Pinkeln, danach bewegt er sich keinen Meter weiter. Immerhin hat das Training ergeben, dass auch meine Nachbarin mit ihm vor die Türe gehen kann. Zumindest bis Bödi sich gelöst hat, war er mit seinem Geschäft fertig und sollte danach trotzdem noch weiter mitgehen, hat er sich aus dem Halsband gewunden und ist zurück nach Hause gelaufen, wo Frauchen und Herrchen nicht den Anfang der zweiten Halbzeit verpassen wollten.

Das ist also etwas, was ich auf jeden Fall mit unserem nächsten Hund von klein auf viel intensiver trainieren würde: das Spazierengehen mit anderen Leuten!!!


Herr Bödefeld und das ehemals leidige Thema: Fressen
Die Erfahrung hat uns also gelehrt: Gut Ding will Weile haben und bei einem Bödi lohnt sich ein langer Atem erst Recht.
Was hat uns Bödis Fressverhalten in den letzten Jahren für Nerven gekostet. Er wollte selten und wenn, dann wenig fressen, das was er gefuttert hat, hat er nicht vertragen und Bestätigung über Futter hat ihn auch nie sonderlich interessiert.

Heute frisst er meistens gut und vor allem regelmäßig. Was habe ich mich früher aufgeregt, wenn er tagelang sein Futter verweigert hat. Mit 3 1/2 Jahren frisst er endlich täglich, inklusive der ehemals ungeliebten Gemüseration im Futter, er findet Belohnungsleckerli gut und wartet sogar manchmal abends auf sein Futter. Das kannte ich ja so gar nicht bislang: ein Hund der in der Küche herumlungert und mich dabei beobachtet, was ich da so fabriziere - könnte ja etwas für ihn sein.

Jede Medaille hat ja so zwei Seiten: Früher konnte man Leckerli überall herumliegen lassen, alleine ist Bödi da nie dran gegangen. Heute verschwindet sowas spurlos. Erst neulich beim Bürsten des Hundes: es klingelt an der Türe, ich verlasse den Raum und als ich nur zwei Minuten später wieder komme ist die Belohnungstüte für gutes Betragen beim Unterwolle-Rauskämmen leer. Unfassbar, wenn wir nicht aufpassen, wird aus dem ja noch ein ganz normaler Hund!

Das soll es für erste Mal gewesen sein. Vielleicht folgt die Tage noch ein weiterer Teil des Jahresrückblicks 2012. Stay tuned!



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Freitag, 23. Dezember 2011

Herr Bödefeld am 23. Dezember 2011

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Freitagmorgen = Einzeltraining.
Heute war es so richtig schwer und anstrengend für uns beide.
Das schöne: von den Panikattacken ist nichts mehr zurück geblieben, wir können durch bewohnte Gebiete wieder durchgehen.
Das anstrengende: Bödi hat dennoch weiterhin zu viel zu tun, zu gucken, zu schnüffeln und zu hören, als das er gescheit an der Leine gehen könnte.
Ausnahmen bestätigen aber die Regel, siehe oben :D

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Mittwoch, 14. Dezember 2011

Herr Bödefeld am 14. Dezember 2011

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Wenn Herr Bödefeld die Bildunterschrift bestimmen könnte, würde er sicher schreiben "hier werde ich getierquält!".

Er kann seine neue Sicherheitsweste nämlich so gar gar gar nicht leiden. Dabei ist die soooo super (also finde ich jetzt), komme ich aber mit dem gelben Lappen um die Ecke, übt sich Bödi in passiver Verweigerung: Erst mal abhauen; missglückt die Flucht, legt er sich platt auf den Bauch; nötige ich ihn dennoch aufzustehen, steht er total bedröppelt mit hängendem Kopf und Schultern da rum und trägt das Leid dieser Erde scheinbar ganz allein auf seinen Schultern.

Heute musste die Weste aber sein. Wir waren in Engelskirchen (wenn Ihr oder Eure Kinder einen Wunschzettel an das Christkind schreibt und bei der Post verschickt, landet er in Engelskirchen und wird dort vom Christkind beantwortet :) ) zum Stadttraining. Für uns war das natürlich extra aufregend, da ich gespannt war, ob das ganze Training überhaupt was gebracht hat.

Und obwohl es total ekelig nass, kalt und windig war und es geregnet ohne Ende hat, bin ich total glücklich mit diesem Abend. Bödi war nur toll. Total der Streber, er war so konzentriert, arbeitswillig und so bei mir - hach ich bin hin und weg.

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Freitag, 2. Dezember 2011

Herr Bödefeld am 02. Dezember 2011

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Unser Tagesplan hat mal wieder eine Änderung erfahren.
Nach unserem Einzelhundetraining heute morgen wollten wir eigentlich ins Büro (schon wieder ein freier Tag ausgefallen!), aber Hund und Halterin waren beide total durchnässt, obwohl wir beide unsere Regenmäntel anhatten. Deshalb sind wir erst nach Hause, um uns wieder trocken zu legen :)

Dennoch sind wir guter Dinge: Bödi ist froh, dass er sich nach der anstrengenden Arbeit noch etwas zu Hause erholen kann und ich bin nach den Einzelstunden sowieso tiefenentspannt. Andere machen Wellness, ich nehme für Bödi und mich Einzelstunden bei unserer Trainerin. Uns tut das nur gut nach einer ziemlich anstrengenden und nervenaufreibenden Zeit.

Herr Bödefeld wurde im Oktober nämlich innerhalb von drei Tagen 2 x von anderen Hunden "dazwischen genommen". Beide Male war Bödi angeleint, da wir durch Wohngebiete spaziert sind und beide Male ist er von freilaufenden Hunden, die von den Grundstücken hervorgeschossen kamen, angefallen worden. Die Schäferhündin vom ersten Vorfall war angebunden, hatte sich bei unserem Anblick aber losgerissen und Bödi ordentlich die Meinung dazu gegeigt, was ihm einfalle an ihrem Grundstück vorbei zu gehen. Die Besitzerin war aber sofort zur Stelle, hat die Hündin abgerufen und sie ist dem auch gefolgt.
Physisch ist Bödi nix passiert, aber unser Sensibelchen nimmt das Leben manchmal ziemlich schwer und stand den Rest des Tages massiv unter Stress.

2 Tage später, anderer Ort, ähnliche Situation. Ich gehe mit angeleintem Hund durch ein Wohngebiet, als eine Rottweilerhündin das uneingezäunte Gelände auf der anderen Straßenseite verlässt, die Straße überquert und völlig geräuschlos und ohne Vorwarnung immer wieder versucht in Bödis Kehle zu beißen. Das war schon arg. Diese Hündin hat erst nach massiver Gewalteinwirkung meinerseits von meinem Hund abgelassen. Ihr Besitzer fand das scheinbar auch noch witzig. Bödi ist dank Briardrüden-Plüsch am Kragen nix passiert, aber nervlich hat das mit uns beiden schon was gemacht.

Ähnliche Dinge sind uns dieses Jahr schon mal passiert. Nie auf Feldern, Wald und Wiesen und im Freilauf, sondern immer mitten in Wohngebieten. Da beneide ich schon Stadthunde und Stadthundehalter: hier auf dem Land sind einfach sehr viele Grundstücke nicht eingezäunt, auch in Dörfern und Siedlungen. Die Hunde werden aber dennoch zum Teil unangeleint draußen gehalten und im Gegensatz zur Stadt sind die Landhunde, so meine Erfahrung, weitaus weniger verträglich.

Zu meiner Überraschung zeigt Bödi dennoch keine Leinenaggression anderen Hunden gegenüber, da muss er schon massivst angepöbelt werden, bevor er entsprechend antwortet. Unser Problem ist seit Oktober genereller: geteerte Straße + Bebauung + Leine = geht gar nicht mehr. Durch Orte oder Städte spazieren? Geht nicht, massive Panikreaktionen waren die Folge. Unsere sonntäglichen Wanderrunden - gestrichen. So dünn ist das Bergische Land dann doch nicht besiedelt, als das wir nicht durch bebaute Gebiete kommen. Ein Haus + Straße und Hundegeruch reichten schon und Bödi flippte völlig aus.

Heute sind wir wieder auf einem guten Weg, der Einzelunterricht macht uns zusätzlich zu unseren Arbeitstreffen mit unserer Hundegruppen und den Dingen, die wir zu Hause für uns machen, viel Spaß. Dennoch hat die Begleitung unseres sensiblen Bödis, der noch nie ein starkes Nervenkostüm besessen hat, viel Geduld und Nerven gefordert, daher auch die November-Blog-Pause. Jetzt simmer aber wieder da :)

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Donnerstag, 16. Juni 2011

Herr Bödefeld fährt mit der Bahn

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Das klingt ja erst mal ganz profan.
Im Grunde ist das für uns aber etwas ganz besonderes. Nicht, dass Bödi mit der Bahn fährt, sondern dass wir es überhaupt in die Bahn rein geschafft haben, denn: Herr Bödefeld hat Züge gehasst wie der Teufel das Weihwasser.

Warum, wieso, weshalb? Ich habe keine Ahnung. Obwohl das Bödelchen nicht der super-souveräne Hund ist, ist er doch, was das Entdecken und Erforschen neuer Dinge angeht immer sofort dabei, mutig, vorwitzig und immer für neues offen. Tja, außer eben für Züge.

Wir waren auch in der Sozialisierungsphase mit ihm an Bahnhöfen, es ist also nicht so, dass er das nicht gekannt hätte, als wir wenige Monate später mit der Hundeschule einen Bahnhof besucht haben und dort das Drama seinen Lauf nahm.

Wir standen gar nicht direkt am Gleis, sondern in bestimmt 40 Meter Entfernung zum einfahrenden Zug, als Herr Bödefeld eine Panikattacke erster Güte erlitt.

Und damit begann unser Zugtraining, zuerst mit der Hundeschule, dann in gleicher Besetzung mit unserer Hundegruppe, mit der wir uns immer noch wöchentlich zur gemeinsamen Arbeit treffen. In Minikleinstschritten haben wir uns das Thema Bahnhof und Züge erarbeitet.
Ich muss gestehen, oftmals hatte ich einfach keinen Bock mehr. Ich konnte keine Bahnhöfe mehr sehen, ich hatte es so satt, die Fortschritte waren so klein, ich wollte nicht mehr. Gott sei Dank sind unsere Trainerinnen hartnäckig geblieben und so waren wir oft gesehene Gäste auf den Oberbergischen Bahnhöfen.

Vor 7 bis 8 Monaten erkannte ich (fast unbemerkt) den ersten größeren Fortschritt. Wir haben in dunklen Winterabenden gerne auf Parkplätzen von großen Discountern trainiert. Die waren immer von Schnee geräumt, sehr gut beleuchtet und wir konnten unter verschiedensten Ablenkungsreizen trainieren. Das war toll für Bödi, hat er doch früher bei der kleinsten Ablenkung alle Dummies, Aufgaben oder wahlweise mich total vergessen.

Während wir mit der Gruppe dort trainiert haben, sind immer wieder Züge dort vorbei gefahren. Erst ist Bödi noch zur Salzsäure erstarrt (immerhin hat er nicht versucht, die Flucht zu ergreifen), dann konnte er die vorbeifahrenden Züge zumindest beobachten, später hat er sogar Leckerli angenommen, während der Zug vorbei fuhr. Das steigerte sich immer weiter, er war "auf einmal" in der Lage, zu apportieren und Signale zu befolgen, während der Zug vorbei rauschte (natürlich immer noch mit 1 1/2 Augen zu den Gleisen schielend) und schließlich hat er sich nicht mehr um die Züge gekümmert.

War Ende 2009 schon das Geräusch von Zügen zu viel, konnten wir ein Jahr später direkt auf dem Bahnhof trainieren. Immer noch weiter weg von den befahrenen Gleisen. Über viele Wochen haben wir uns den Gleisen, Zügen, ein- und aussteigenden Menschen immer weiter genähert, bis er vor 4 Wochen "direkt" am Gleis liegen konnte und Fleischwurst gemümmelt hat, während der Zug einfuhr, die Menschen ausstiegen und der Zug wieder weiter fuhr (ok, da ist er noch mal aufgestanden, hat sich aber wieder ruhig ablegen lassen).

Und vor drei Wochen sind wir dann zum ersten Mal mit der Bahn gefahren, das Bödelchen und ich (und seine Kumpels aus der Hundegruppe :) ). Das habe ich wenige Tage später direkt genutzt und habe eine Wanderung mit ihm unternommen, die nicht als Rundwanderung konzipiert ist, sondern Anfangs- und Zielpunkt zwei verschiedene Bahnhöfe sind. Das hätte ich mir letztes Jahr auch nicht träumen lassen.

Was lange währt, wird endlich gut, auch wenn es gut und gerne 1,5 Jahre gedauert hat.

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Mittwoch, 15. Juni 2011

Herr Bödefeld wandert im Bergischen Land: Rund um Bechen und den Heerweg

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Den Ostersamstag haben wir auf einer Wanderung rund um Bechen verbracht. Dort dreht sich alles um den Esel, das Wahrzeichen des Ortes.



Auf 14 km geht es von Bechen runter nach Dürscheid, von dort raus wieder den Berg rauf nach Spitze, wieder hinab ins Scherfbachtal und von dort schließlich wieder zurück zum Bronzeesel in Bechen.








St. Nikolaus in Dürscheid


Jakobuskapelle in Spitze


Die Wanderung ist nur geeignet für Menschen, die keine Angst vor Kühen haben, denn der Weg führt uns mitten über eine Kuhweide.



Glücklicherweise für Bödi waren an diesem Tag keine Rindviecher zugegen. Bödi hat nämlich eine Kuhphobie entwickelt, nachdem eine Herde Jungtiere den Spieß einmal umgedreht hat, als er versuchte, die Viecher zusammenzutreiben. Auf der Flucht vor den vorwitzigen jungen Rindern ist er mit beiden Ohren im Stacheldrahtzaun hängen geblieben und seitdem sind Kühe so was von dooof. Selber Schuld. Hätte ja auf mich hören können.





Wieder zurück in Bechen angekommen heißt es, Achtung:


Aber so was von:


Die gucken ganz genau hin:



Diese Wanderung war okeeeee, mehr nicht, obwohl ich sagen muss, dass sie recht kurzweilig war - es hat sich auf jeden Fall nicht nach 14 km angefühlt. Dass es im Kürtener Raum viel schönere Wanderstrecken gibt, haben wir Ostersonntag gesehen, dazu aber später mehr.

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Freitag, 26. November 2010

Herr Bödefeld wandert im Bergischen Land: Rund um die Eschbachtalsperre und nach Bergisch-Born

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Dass eine Autobahnraststätte als Ausgangspunkt für eine Wanderung dient, hatte ich vorher auch noch nie gehört.

Unsere 11km lange Tour startete also an der Raststätte Remscheid an der A1. Denn direkt dahinter befindet sich die Eschbachtalsperre, die älteste Trinkwassertalsperre Deutschlands.


Heute bitte keine Photos!


Obwohl ich diesen Spaziergang in guter Erinnerung behalten habe, hab ich doch anfangs Blut und Wasser geschwitzt. Bödi war an diesem Tag das erste Mal draußen, weil wir ihn vormittags gebürstet hatten und gebärdete sich wie ein echter Wildfang. Alles muss im fliegenden Galopp erledigt werden, er hatte viiiiel Energie und war echt gut drauf. Ist ja erst mal nichts schlimmes, doch trotz des trübe-Tassen-Wetters, waren rund um die Talsperre wahnsinnig viele Jogger unterwegs. Fast im Minutentakt wurden wir von denen überholt. Und Mr.-1000-Volt-Bödi unangeleint mitten drin.

Aber Rückruf unter Ablenkung und das Bei-uns-bleiben, auch wenn Jogger und Hunde unterwegs sind, können wir bei uns zu Hause auf einsamen Waldwegen nicht üben.
Um es vorweg zunehmen: Bödi was a good boy and did a very good job.





Das ist mit den Joggern wie in der Pils-Werbung:


Nur gucken - nicht anfassen!


Wann ist hier denn endlich freie Bahn?


Vollgas!


Und da kommt schon der nächste.
Bei Spaziergängern oder Nordic-Walkern muss Bödi sich nicht hinlegen, da reicht es uns, wenn er eng neben uns geht. Autos, Pferde, Fahrradfahrer und Jogger muss er aber in der Regel, wenn er nicht angeleint ist, sitzend oder liegend passieren lassen.
Denn der Schalk sitzt ihm durchaus noch im Nacken: bevor Bödi mir letzte Woche das Knie zerdeppert hat, sind wir morgens vor der Arbeit Joggen gegangen. Bödi und ich laufen also den Waldweg entlang, ich mittig, Bödi eng links neben mir, als und von vorne ein Jogger entgegenkommt und rechts an mir vorbei läuft. In dem Augenblick, als er auf unserer Höhe ist, springt Bödi nach vorne, um mich herum und will sich die Jogger-Wade krallen. Durch einen beherzten Sprung meinerseits auf den Briard konnte ich mich noch in seinem Fell festkrallen und habe die Wade des Mannes gerettet.

Herrn Bödefeld darf man also keineswegs über den Weg trauen - der ist immer für ne Überraschung gut. Ich nehme mal an, dass der Bewegungsreiz des Joggers zu groß war, dadurch das Bödi selber trabend unterwegs war, hätte Bödi am Wegesrand gelegen, wär er nicht auf die Schnapsidee gekommen, den armen Mann anzufallen.

Das zur Erläuterung, warum der feine Herr sich bittedanke bei Sichtkontakt mit Jogger hinzulegen hat.

EDIT: Herr Bödefelds Herrchen hat sich bei mir beschwert, das würde sich ja lesen, als sei Bödi eine "Bestie". Bödi ist natürlich keine Bestie, aber er hat dieses Jahr einen Joggern angesprungen und vor kurzem hat er es halt, wie oben beschrieben, versucht. Letztes Jahr hat er es 2x versucht- Diese 4x waren für mich 5x zu viel, ich wäre am liebsten im Boden versunken.


Herr Bödefeld hat endlich endlich ein bißchen zugelegt und ist nicht mehr ganz so klapprig. Ich finde, die zwei Extrakilo stehen ihm unheimlich gut.





An dieser Mauer konnten wir Bödi nur mit Mühe und Not davon abhalten, in den dahinter liegenden Teich zu springen.

"Schuld" daran ist die Hundeschule. Wir haben oft in Engelskirchen und Gummersbach "Stadtagility" gemacht: Durchkrabbeln unter Sitzbänken, Slalom um Pöller o.ä. herum und Balancieren über oder Überspringen von kleinen Mäuerchen etc. pp. Das macht irre Spaß und war auch immer durch die Ablenkungsreize einer Innenstadt eine schöne Konzentrationsübung, aber seit dem meint Bödi jede Mauer ist dazu da, um übersprungen zu werden.








Als wir abends wieder zu Hause waren, war der Hund total platt. An der Länge der Strecke hat es nicht gelegen, sondern eher an den vielen Begegnungen. Gutes Benehmen ist einfach total anstrengend :)

Die abwechslungsreiche Strecke, der ich mit den hier gezeigten Bildern gar nicht gerecht werden konnte, findet sich in "Wandern im Bergischen Land" aus dem Dumont-Verlag wieder.

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