Donnerstag, 25. August 2011

Herr Bödefeld wandert im Bergischen Land: Von Hückeswagen entlang der Wuppertalsperre

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Früher.
Damals.
Als wir noch jung waren
und noch kein Paddelboot brauchten, um das Haus zu verlassen.
Als der Sommer noch ein Sommer war...

Da haben wir uns auf den kurzen Weg nach Hückeswagen gemacht.
Hückeswagen noch nie gehört? Das wird sich vielleicht im kommenden Jahr ändern, denn dann wird dort der NRW-Tag stattfinden. Die Stadt bereitet sich schon fleißig auf die erwarteten Besuchermassen vor und baut -gefühlt für jeden Einwohner einen- fleißig Kreisverkehre. Also Achtung vor dem Drehwurm.

Wenn man dann alle Kreisverkehre passiert und den Wanderparkplatz Frohnhauser Tal gefunden hat, kann man sich auf den Weg machen zur Wuppervorsperre. Da ist sogar Wasser drin.


Während Bödi schon nach Wasser lechzt, ist sein Herr und Meister noch mit seinem Smartphone zu Gange. Da hat es mich noch genervt, später sollte ich dann noch froh sein über dieses Wunderwerk der Technik.



Ein letzter Blick auf das Wasser, bald erreichen wir die tatsächliche Wuppertalsperre und dann ist Essig mit Wasser.



Meine Damen und Herren, ich präsentiere Ihnen die Wuppertalsperre im Juli 2011.



Die Wuppertalsperre dient nicht, wie so viele andere Talsperren im Bergischen Land, der Trinkwassergewinnung, sondern wird zur Flussregulierung von Wupper und Rhein gebraucht. Da das Frühjahr sehr niederschlagsarm war, sitzen wir hier nun quasi auf dem Trockenen.


Links die Wuppertalsperre - rechts die Wiebach-Vorsperre.


Mit den Wegen rund um die Wuppertalsperre verlassen wir auf unserer Tour auch die verkehrsreichen Spaziergangstrecken. Abseits der Wuppertalsperre begegnen wir in den folgenden Stunden lediglich einem Paar mit Hund. Somit haben wir wieder mal den Großteil der 11,2 km langen Wanderroute ganz alleine für uns.


Das Beweisfoto zeigt: wir haben sogar einen dritten Menschen getroffen. Das war's dann aber auch tatsächlich schon.





Nachdem wir den Wiebach überquert haben, wird es richtig anstrengend. Die Stadt Hückeswagen hat den A2 Wanderweg arg vernachlässigt und so haben wir uns nur mit viel Mühe einen Weg über eine unbewirtschaftete Wiese und durch den Wald gekämpft. Das alles steil Berg hoch und von einer wilden Hummel (=Bödi) begleitet, die dann so richtig auf Touren kommt, wenn wir uns abseits der Wege durch die Botanik schlagen.






Unsere kleine Giraffe:


Endlich haben wir einen Weg gefunden (wenn auch nicht den gesuchten A2)


doch damit ist auch bald Schluss und viele junge Tannen stellen sich uns in den Weg.


Hilft alles nix, wir müssen jetzt die Böschung hoch.
Dank Smartphone, dass kompassartig die nächstliegenden Miniortschaften auf dem Display angezeigt hat, waren wir auch ungefähr in der richtigen Richtung unterwegs.


Endlich A2 gefunden, stoßen wir auf das nächste Hindernis.
Wir müsse eine Wiese überqueren, die von diesem süßen Kerl bewohnt wird.


Ein Bödi mit Hörner. Ich habe daher ja auch direkt Sympathien für den Riesen entwickelt. Bödi und Thorsten hingegen wollten mit dem großen Puschel nix zu tun haben.
In einem wagemutigen Augenblick haben wir es schließlich geschafft, unaufgespießt die Weide zu überqueren.



Es kommt, wie es kommen musste, der A2-Weg erwartet von uns, noch eine Weide zu überqueren. Diesmal ohne gehörnte Rindviecher. Aber vorwitzig waren die doch arg und haben uns über die gesamte Länge der Wiese verfolgt.



Die beiden wollen mit den Schwarz-Bunten nichts zu tun haben.


Der Wanderführer sagt: "Durch einen sehr schmalen Durchlass geht es nach Niederbeck."
Schmal und schwer zu finden!




Nicht immer wandert man auf breiten, gut ausgebauten Wanderwegen. Manchmal wäre eine Machete im Handgepäck durchaus von Vorteil:



Rein in den Ilexbusch...


und wieder raus auf weites Feld:


bald haben wir es geschafft und sind 4 Stunden später, nach einer abenteuerlichen Runde, wieder zurück in Hückeswagen.


Eine Route, die vielleicht nicht jedem zusagt, wir hatten auf dieser abwechslungsreichen Wanderung jedoch viel Spaß und kommen demnächst wieder, dann aber die Strecke anders herum und noch mal 6 Kilometer länger.
Die Wegbeschreibung haben wir dem Rother Wanderführer "Bergisches Land" von Sabine Keller entnommen!

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Freitag, 19. August 2011

Herr Bödefeld im Zentrum eines Familienskandals


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Ich möchte das gar nicht groß kommentieren, nur so viel:
Was Sie hier sehen: Der Firmenschreibtisch meines Vaters.
Was Sie hier nicht sehen: weder ein Foto von meiner Mutter, noch von meinem Bruder oder gar von mir.

Dafür von meinem Hund.


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Donnerstag, 18. August 2011

Herr Bödefeld als Statistiker *Teil 2*

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Manchmal ist es ja ganz interessant, mit welchen Suchbegriffen Internetuser über Suchmaschine auf den Blogs landen. Die großen Brüller sind bei uns nicht dabei, dennoch möchte ich ein paar vorstellen:

Briard geschoren
Ganz ehrlich? Das wäre mir manchmal auch lieber, wenn ich mal wieder mit der Unterwolle kämpfe, aber Leute nääää - das geht nicht. Briards sind ja hübsche Hunde, aber das Fell macht schon viel aus. Geschorene Briards sind nicht mein Fall.
Obwohl ich zugeben muss, dass so eine Schur im Sommer vielen Briards sehr gut tun würde. Ich versuche Bödi die heißen Tage erträglicher zu machen, indem ich möglichst viel Unterwolle raushole, seine Wassermuschel aufbaue, die pralle Sonne meide, Spaziergänge deutlich verkürze oder in die Abendstunden verlege und Spiel & Spaß in den Schatten verlege.
Was mich in diesem tollen Frühjahr 2011 geärgert hat: wie oft ich von mir völlig fremden Menschen angefeindet wurde, ich sei eine Tierquälerin weil ich Bödi nicht scheren würde.
Lustigerweise kam solch ein Spruch einmal ausgerechnet von jemandem, den ich bereits mehrmals in der größten Mittagshitze dabei beobachtet habe, wie er durch die Stadt über den Asphalt zügig Fahrrad gefahren ist - natürlich mit Hund.

Briard macht ständig etwas kaputt
Kenne ich so gar nicht. Ich kann mir in der Wohnung keine ruhigere und unauffälligere Rasse (ja gut, ich mein hier nicht das physische Erscheinungsbild) vorstellen. Das funktioniert aber auch nur, wenn man sie angemessen beschäftigt und auslastet.
Frage Dich also nicht, wie Du deinen Briard davon abhalten kannst, seine Langeweile an deinem Hab und Gut auszulassen, sondern überlege dir lieber, wie ihr eure gemeinsame Zeit so gestalten könnt, dass ihr beide Spaß dabei habt.

Ich habe einen Briard
Ich auch!

Herrchen, Frauchen, Pferd, Ungeheuer
Ja hier auch und zwar in dieser Reihenfolge:

Frauchen, Pferd & Ungeheuer, Herrchen

Briard täglich 5 Stunden alleine zu Hause
Das würde ich nicht übers Herz bringen. Obwohl ich nicht ausschließen würde, dass das klappen kann, wenn man dem Hund vorher und nachher ausreichend "Qualitytime" widmet. Ansonsten: siehe oben, brauch man sich nicht zu wundern, wenn der Wuschel alles kaputt macht.

darf man beim Briard den Bart abschneiden?
So weit mir bekannt, gibt es weltweit keine Genfer Briardschutzkonvention die das Abschneiden des Bartes beim Berger de Brie unter Strafe stellt. Was das Aussehen betrifft, ist das echt Geschmackssache, wenns nicht Not tut, würde ich aber die Schere in der Schublade lassen. Außer es handelt sich um einen mangelhaft gepflegten Bart, der Essensreste für eine halbe Mäusefamilie bereit hält. Verkrustete, verfilzte Zotten sehen nicht nur doof aus, sondern können auch ganz schön stinken.

Mein Hund sieht aus wie Herr von Bödefeld


Mein herzliches Beileid!

Herr von Bödefeld Plüschtier
Bist du dir sicher, dass du das willst?
Dann doch lieber ein Herr Bödefeld-Plüschtier!!!!

Herr Bödefeld wandert im Bergischen Land
Leider dieses Jahr erst ganz wenig. Entweder war ich krank oder der Hund oder das Wetter war zu bescheiden oder wir hatten Termine, Termine, Termine. Dieser Sommer ist vollgepackt mit zahlreichen Geburtstagen, Hochzeiten, Festen und Feiern. Aber bald haben wir Urlaub und wenn uns der Wetter- und Gesundheitsgott hold ist, dann holen wir einiges nach.

Ausflug mit dem Hund ins Bergische Land

Guckst Du Hier im Blog

Fellafit
Jaaaaaa!! Ich glaube, nur bei Fellafit gibt es die super-duper-Gummistiefel aus Neopren. Ich LIEBE meine Bogs heiß und innig. Ich habe viele Festivals (in der Vor-Bödi-Zeit) im Schlamm in ganz normalen Gummistiefeln verbracht und dabei mehrere Tränchen vergossen (jaha!), weil der starre Stiefelschaft kaum Bewegungen mitmacht und nach kurzer Zeit arg gescheuert hat.
Die Bogs, die es bei Fellafit gibt, sind aus Neopren, machen alle Bewegungen mit und man kann sie sehr gut auch im Herbst und Winter tragen, weil sie schön warm halten.


Ich kenne keine anderen Gummistiefel, mit denen ich einen ebenfalls einen 12km Spaziergang machen würde, mit Bogs kein Problem.
(Nein, ich werde nicht von Fellafit bezahlt - ich bin eine Überzeugungstäterin :) )

der schönste Briard

ist doch immer der eigene!

Herr Bödefeld mit 13 Monaten.
Das Bild stammt von Marianne Happel.

das kann eine Frau schon prägen, das erste Mal!
Na und wie! Mit Bödi erlebe ich auch gerade mein erstes Mal als Briardhalterin. Das prägt mit Sicherheit (und versaut einen für die vielen anderen tollen Hunderassen, die es sonst noch gibt. Sie wissen schon: einmal Briard, immer Briard....)

kann ein Hund von Rohfleischfütterung bissig werden?
Meine Nachbarinnen sind auch dieser felsenfesten Überzeugung. Am besten ist aber ihre Argumentation. Als ich sie gefragt habe, wie sie denn auf das schmale Brett kommen, haben sie im Brustton der Überzeugung erklärt, das - jetzt haltet Euch fest- WURDE SCHON IMMER SO GESAGT. Ihre Vorfahren hätten das Alle gesagt und das sei eben so.
Ich war förmlich erdrückt von der Last dieser ungeheuren Beweiskette.
Ganz ehrlich, auf der Ebene diskutier ich nicht. Gegen diese Form von tradiertem Gedankengut kann man sich den Mund fusselig argumentieren, die glauben einem ja doch nicht. Stattdessen habe ich gegrinst und weiter meinen Kuchen gemümmelt, da hab ich mehr von.

Briard Fellpflege Bürste
Im Grunde benutzen wir vier verschiedene Bürsten. Kämme haben wir auch noch zahlreiche in der Schublade, aber die benutzen wir nicht mehr.



Die Maxi-Pin-Brush ganz links hat ganz lange Zinken und eignet sich hervorragend zum Vorbürsten der Briardmatte. Danach geht es weiter mit der hellbraunen Bürste, Deck- und Kopfhaar lassen sich damit gut in Form bringen.
Meinen ewigen Kampf gegen die Unterwolle und den dichten Rüden-Kragen am Hals bestreite ich mit der lila Bürste von Les Poochs.
Ebenfalls von Les Poochs stammt der rote Mat Zapper, der bei verfilzte Partien eingesetzt wird.
Die beiden Bürsten rechts kosten ein kleines Vermögen, sind ihr Geld aber durchaus wert.
Ich träume ja noch von einer Mason Pearson für das "Finish", aber die kostet ebenfalls nicht wenig. Da muss ich noch ein bißchen träumen.

ich lasse mich nicht vom Ehrgeiz zerfressen
Ich mich auch nicht und Bödi schon mal gar nicht.
Und deshalb beende ich jetzt auch diesen Beitrag, lasse Haushalt Haushalt sein und genieße mit Bödi die paar äußerst raren Sonnenstunden da draußen. Der Nachbar von nebenan hat Heu gemacht, die schöne Geruchskulisse müssen wir draußen noch etwas ausnutzen.

Ich habe noch einige Suchbegriffe in der Pipeline, deshalb geht es bald schon weiter mit den Suchbegriffen.

Sonntag, 14. August 2011

Herr Bödefeld wird gebarft

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und das seit mittlerweile 8 - 9 Monaten. Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen.


B.A.R.F.
ist ein Akronym und kommt aus dem Amerikanischen und bedeutete zunächst Born Again Raw Feeders. Später wurde es als auch Abkürzung für Bones and Raw Foods oder Biologically Appropriate Raw Foods gebraucht.
Im Deutschen wird B.A.R.F. mit Biologisch Artgerechtes Rohes Futter übersetzt.


"Barfen" bedeutet, bei allem Brimborium was zum Teil darum veranstaltet wird, eigentlich nur, dass Hunde mit rohem, frischem Futter gefüttert werden, um die natürliche Ernährung des Vorfahren Wolf zu imitieren.

In unserem individuellen Fall, also im Bödefeldschen Haushalt, füttern wir Herrn Bödefeld mit rohem Fleisch, Innereien und ungegarten, fleischigen Knochen, püriertem Gemüse und Obst, wenig Milchprodukten und möglichst ohne Getreide.
Das ist das Idealziel. Im Urlaub aber haben wir ihm Dosenfutter gefüttert (Lukullus Gourmet), weil ich nun gar keine Lust und Möglichkeit hatte, in unserer Ferienwohnung Fleisch und Knochen für eine Woche zu kühlen.

Die Entscheidung, Bödi zu barfen, war keine bewusste Entscheidung gegen industriell hergestelltes Fertigfutter (das kam erst später hinzu, als er bereits mehrere Monate gebarft wurde), sondern entstand aus der Not heraus, ein Futter zu finden, das unserem Hund gut tut, ihn von seinen Schmerzen nach dem Fressen erlöst und von ihm artgerecht verdaut werden kann.

Bödis erstes Lebensjahr war fütterungstechnisch sehr schwierig. Erst jetzt, nachdem ich bereits zwei Jahre mit ihm zusammenlebe, seine Körpersprache und Verhalten besser kenne, weiß ich oder glaube ich zu wissen, dass Bödi sich lange Zeit mit fiesen Bauchschmerzen gequält hat und so manche Verhaltensauffälligkeit sind mit der Futterumstellung von heute auf morgen verschwunden.

Heute ärger ich mich natürlich, dass wir erst mit B.A.R.F. begonnen haben, als der Hund bereits 18 Monate alt war. Aber Unsicherheiten und Sorgen (Bekommt er alles was er braucht? Kann ich ihn selber ausgewogen ernähren? Das Wachstum bei großen Rassen ist eine sensible Angelegenheit, will ich riskieren, da rumzupfuschen?) und nicht zuletzt auch finanzielle Aspekte (dazu komme ich später noch) haben dazu geführt, dass wir erst verschiedene Fertigfutter durchprobiert haben.


Was hat sich für Bödi verändert nach der Umstellung auf Rohfütterung?
Wenn es darum geht, die Vorzüge des Barfens zu erläutern, wird oftmals die tolle Fellqualität angeführt. Jo, stimmt: wenn Bödis Fell in den wenigen Momenten in der Woche nicht total verstaubt oder verschlammt ist, dann glänzt er wie eine Speckschwarte. Hat er aber auch unter der Fütterung von Trockenfutter!

Eine wirklich drastische Veränderung konnten wir nach der Futterumstellung aber an Ohren und Krallen beobachten.
Nachdem wir Bödi bekommen haben, hatten wir nahezu pausenlos mit Ohrenentzündungen zu kämpfen (also nicht wir Menschen, sondern der Welpe :) ). Wir waren Dauergäste bei unserem Tierarzt, aber die Ohrenentzündungen konnten wir kaum in den Griff bekommen. Erst nachdem wir das Futter vom "glücklichen Hund" abgesetzt hatten, gingen die Entzündungen zurück.

Aber auch unter dem nächsten Trockenfutter waren Bödis Schlappohren permanent sehr verdreckt. Tägliche Reinigung war angesagt und ich war fassungslos, wie viel Ohrenschmalz / Schnodder so ein Hund produzieren kann. Bödi war nach wenigen Wochen soweit, dass er panisch die Flucht ergriffen hat, wenn er nur gesehen hat, wir die die Flasche mit dem Ohrenreiniger aus der Schublade holen.

Und heute? Wenn ich ehrlich bin, habe ich 2011 erst 1 Mal Bödis Ohren gereinigt, nicht weil ich musste, sondern weil ich dachte, das gehört sich doch so. Entzündungen, übermäßige Schmalzproduktion und Juckreiz sind jetzt Vergangenheit. Ich bin mir sicher, dass diese Verbesserung kausal mit der Umstellung auf Rohfütterung zusammenhängt. Genauso wie die Verbesserung seiner Krallen.

Ich habe in den letzten Jahren immer wieder von Briardhaltern gelesen oder gehört, die es nicht schaffen, die Afterkrallen ihrer Hunde mit einer Krallenzange zu kürzen, da sie so hart sind und demnach nur das Abfeilen hilft. Haha, Bödis Afterkrallen konnte man mit den menschlichen Fingernägeln abknipsen, die einzelnen Hornschichten Schicht für Schicht abziehen bis aufs Leben runter. Die Laufkrallen waren wie ein Teppich an den Rändern total ausgefranst und eingerissen.

Was habe ich nicht alles ausprobiert. Zahlreiche Mittelchen, die Fell- und Krallenwachstum unterstützen sollten, haben wir zusätzlich zum Fertigfutter gefüttert. Nichts hat auch nur eine minimale Verbesserung bewirkt. Heute bekommt Bödi Knochen und Knorpel zu fressen und ich habe an seinen Krallen nichts mehr auszusetzen. Auch in diesem Fall war die Verbesserung unmittelbar im Zusammenhang mit der Futterumstellung zu beobachten.

Die für Bödi wohl wichtigste Verbesserung hängt aber mit dem Verdauungsapparat zusammen. Feste, geformte Kotmengen habe ich bei Bödi erst im Alter von 11 Monaten gesehen (damals noch nicht unter Rohfütterung, sondern mit Fütterung von kaltgepressten, getreidefreien Futterpellets). Durchfall oder übelriechender, weicher, breiartiger Kotabsatz waren vorher nicht die Ausnahme, sondern die Regel. An unzähligen Abenden hat sich der Hund schmerzverkrümmt am Boden gewälzt, Bödis Blähungen haben nicht nur den armen Hund, sondern auch uns gequält. Herr Bödefeld ließ sich als Junghund nur ungern anfassen, besonders am Bauch.

Heute ist Bödis Kotabsatz fest, geformt, mengenmäßig viiiieeeel geringer als mit Fertigfutter und äußerst geruchsarm. Ich kann gar nicht sagen, wie viel angenehmer das ist, kleine Häufchen wegzuräumen, die wirklich fast nicht riechen, als diesen stinkenden Brei vom Boden zu kratzen. :)

Seit Bödi nicht mehr stets mit sich und seinen Bauchschmerzen beschäftigt ist, hat er sich zum Kuschelmonster entwickelt. Nicht nur bei seiner Familie; wenn er Fremde für gut befunden hat, biedert er sich denen auch an, als wären es seine langjährigen Halter und kriecht förmlich in die Personen rein, um gescheit gekrault zu werden.


Womit wird Herr Bödefeld denn nun in der Praxis gefüttert?
In einer perfekten Welt würde Herr Bödefeld verschiedene Fleischarten fressen, sprich: Rind, Geflügel, Lamm, Pferd, Wild und Fisch.

In der Bödefeldschen Welt beschränkt sich das auf Rind und Rind und Rind. *Seuftz*
Der Hund mag nichts anderes. Ich habe alles probiert. Ich dachte, der Hund ist halt verschnuppt, wenn er Hunger hat, wird er schon Geflügel fressen.
Nachdem ich ihm 4 Tage Geflügel vorgesetzt habe und er es 4 Tage vorgezogen hat, zu hungern, gab es am 5. Tag wieder Rind. Lamm hat er einmal gefressen (bestimmt hat er sich vertan) danach nie wieder, Pferd probiert er noch nicht mal - dann dreht er sich angewidert um und verlässt den Raum.

Zur Zeit habe ich verschiedene Fischmischungen und auch ganze Fische im Tiefkühler, das habe ich aber noch nicht getestet.

Am liebsten mag Bödi möglichst große Stücke im Ganzen, z.B. Kalbshaxen (seine absolute No. 1!), große Abschnitte Kalbsbrust, ganze Rinderkehlköpfe oder auch Strossen im Ganzen (letzteres füttern wir allerdings ganz, ganz selten).

Pansen geht natürlich immer. Am liebsten aber nicht den gekauften, sondern den am Stück, den wir von einem Bekannten bekommen, der hobbymäßig Kühe in Ammenhaltung hält und anschließend selber schlachtet.
Wenn ich meine rosa Latexhandschuhe anziehe, um die 10 - 15 kg Mägen zu zerkleinern ist der einzige Moment gekommen, in dem Herr Bödefelds Interesse an der Nahrungszubereitung zeigt und zur Überwachung des Vorgangs neben mir sitzt.

Geflügelhälse, z.B. Entenhälse sind auch so ein Fall für sich. Im Ganzen in der Wohnung verfüttert, werden sie vom Hund mit Mißachtung gestraft; draußen im Garten vorgesetzt, werden sie als Spielzeug gebraucht, angespielt und durch die Luft geschleudert. Erst klein geschnitten und als Belohnung für Suchspiele auf Spaziergängen werden sie auch tatsächlich gefressen. Immerhin etwas Geflügel, das er zu sich nimmt.

Den Obst- und Gemüsebrei (wir nennen es nur "den Pamp") pürieren wir nicht wie viele andere täglich frisch oder 1 x wöchentlich. Wir pürieren alle paar Wochen eine größere Menge und frieren das dann in 3-4 Tagesportionen ein. Jeden Tag oder jede Woche dieser Aufwand und die umständliche Reinigung der Küchenmaschine wär mir zu blöd, dann lieber die Produktion einer größeren Charge und anschließendes bedarfgenaues Auftauen.

An Ölen füttern wir: Leinöl, Hanföl, Nachtkerzenöl, Lachsöl und Dorschlebertran im Wechsel. Als Belohnung gibt es öfter mal Schafsfettleckerlie, das kann bei Bödis sehr schlanker Linie nicht schaden. Als absoluter Reinfall hat sich Ägyptisches Schwarzkümmelöl erwiesen: Futter, was damit kontaminiert ist rührt er nicht an. Ich hab das Zeug in meiner Wut auf den Hund dann selber mal probiert - sorry Bödi, das muss Du wirklich nicht fressen. Widerlich.

Wir füttern verschiedene Nahrungsmittelzusätze, nie alles gleichzeitig und bestimmte Mittelchen auch nur bei Bedarf, dazu zählen z.B. Spirulina, andere Algenarten, Kräutermischungen, Bierhefe, gemahlene Hagebuttenschalen etc. Wenn Bödi mal Bauchgrummeln hat und er sich nicht so wohl fühlt, geb' ich ihm Heilerde für den Magen, bei Durchfällen (was absolut selten ist mittlerweile) bekommt er Moorliquid.

Einmal die Woche bekommt Bödi ein ganzes Ei (ohne Schale, er gehört nicht zu den Hunden, die sich Eier gerne selber aufknacken), ab und an bekommt er Buttermilch, Hüttenkäse, Joghurt oder Quark zugefüttert (Auch mal ein Actimel oder sogar haha - einen Fruchtzwerg, ein bißchen Sünde muss sein).

Was Leckerli betrifft, ist Herr Bödefeld sehr empfindlich, da verträgt er vieles einfach gar nicht. Was gut geht (und das ist dann auch die Ausnahme von unserer Kein-Getreide-Regel) sind die Hundekekse von Terra Canis, die schmecken dem Hund sehr gut, die riechen toll (ich könnte immerzu dran schnuppern!) und Bödi verträgt sie auch gut. Ansonsten bekommt er zur Belohnung getrocknete Fische, Käse, Hundewurst oder getrocknetes Fleisch.


Was kostet denn der ganze Spaß?
In Diskussionen Pro-Barfen wird von den Befürwortern immer gerne angepriesen, Barfen sei nicht teurer als ein mittelmäßiges Fertigfutter.
Das kann ich so nicht bestätigen. Vielleicht sah die Lage vor 10 Jahren noch ganz anders aus, doch heute ist B.A.R.F. ein großer Markt. Schlachthöfe, Metzger und Fleischhändler haben das große Potenzial erkannt, ihre "Abfälle" oder Nebenprodukte (also Innereien, Fleisch und Knochen, die von menschlichen Konsumenten nicht nachgefragt werden) gewinnbringend an Hundehalter zu verkaufen.

Bevor wir gebarft haben, haben wir Bödi sehr hochpreisige Trockenfuttersorten gefüttert. Dennoch schaffe ich es nicht durch die Rohfütterung unter dem Preis für einen Sack teurem Fertigfutter zu bleiben. Ich muss ja nicht nur das Fleisch bezahlen (+ seine Verpackung und Lieferung oder die weite Fahrt zu Anbietern), sondern auch das Gemüse / Obst, die Zusätze und die Öle, die zum Teil doch sehr ins Geld gehen. Dazu kommen die Anschaffungskosten für einen Tiefkühler (die Abnahme von großen Fleischmengen wirkt sich günstig auf das Preis-Leistungsverhältnis aus) und Küchenmaschine sowie deren Stromverbrauch.
Alles in allem ist es so schon etwas teurer als die Fütterung von Trocken- oder Dosenfutter.

Der Aufwand hingegen ist mit Sicherheit geringer, als man das sich als Nicht-Barfer so vorstellt. Das Auftauen und Anrühren der Mahlzeiten dauert wirklich nur unwesentlich länger, als eine Dose oder den Futtersack zu öffnen. Das Pürieren so großer Mengen ist (bei uns jedenfalls) natürlich eine kleine/große Sauerrei, aber wir machen das immer zu zweit, das geht schneller, macht mehr Spaß und wir tun das mit dem Gefühl, etwas Gutes für unser Bödelchen zu tun.

Jetzt ist der ganze Beitrag viel länger geworden, als ich eigentlich geplant hatte und ich bin mir sicher, nachdem ich gleich auf "Post veröffentlichen" geklickt habe, werden mir noch tausend andere Dinge einfallen, die ich im Zusammenhang mit unseren individuellen Barf-Gewohnheiten erzählen wollte.
Ich möchte allerdings noch betonen, das wir absolute Barf-Anfänger sind. Ich möchte lediglich von unseren ganz persönlichen Erfahrungen berichten, weder jemanden bekehren, noch Fertigfutter verteufeln. Ich kenne zahlreiche Hunde, die sehr gut mit Fertigfutter fahren, toll aussehen, gesund sind und keine Auffälligleiten zeigen. (Ich kenne aber auch Hunde, die möglichst billiges Futter bekommen, also richtigen Schrott und das sieht man diesen Hunden auch an. Auch sind mir Hunde bekannt, die zusätzlich zum Fertigfutter zahlreiche Ergänzungsmittel gefüttert bekommen und durch diese Überversorgung genauso &$"%/§ aussehen, aber ich fange schon wieder an zu schwallen....)


Folgende Bücher haben mir bei der Umstellung auf BARF sehr geholfen:

"Natural Dog Food. Rohfütterung für Hunde. Ein praktischer Leitfaden"
von Susanne Reinerth


und

"BARF. Biologisch Artgerechtes Rohes Futter. Die artgerechte Ernährung des Hundes mit BARF. Mit Tabellen, Futterplänen, Literatur- und Linktipps"
von Swanie Simon.
Wir beziehen unser Fleisch, Öle und Futterzusätze von Hund und Sport Hungenberg.


Ein weiterer Literaturtipp, den ich vom Frauchen von Bödis Schwester Hermine bekommen habe, möchte ich auch weitergeben:

"Katzen würde Mäuse kaufen. Schwarzbuch Tierfutter"
von Hans-Ulrich Grimm

Ein Buch für alle, die sich dafür interessieren, was sie da eigentlich genau ihrem Vierbeiner in den Futternapf füllen.
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PS: Spätestens seit wir Bödi zum ersten Mal dabei beobachtet haben, mit wie viel Spaß und Hingabe Herr Bödefeld eine Kalbshaxe, oder wie auf den Bildern oben einen Kalbsbrustknochen, zerlegt hat, können wir uns nicht mehr vorstellen, ihm je wieder Trockenfutter zu geben.
Das ist die Natur des Hundes und dafür sind seine Zähne und sein Verdauungstrakt ausgelegt.


Bödi nach der anstrengenden Ackerei an der Kalbsbrust. Ich finde, er schaut ziemlich zufrieden aus :)


Donnerstag, 11. August 2011

Herr Bödefeld kann überall schlafen

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... eine bemerkenswerte Eigenschaft.

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Herr Bödefeld ist jetzt Hofhund


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und zwar am königlichen Hofe von Thorsten dem II ...

...oder wie nennt sich das, wenn Herrchen den Vogel geschossen hat und auf unserem sehr alternativen Dorfschützenfest zum "Schützenkönig" gekrönt wurde....

Das Königspaar mit royalem Begleithund, statt in Schützenrock und Abendrobe in Jeans und Turnschuhen :) (Leider kann man auf dem Bild mein entzückendes Krönchen nicht erkennen)


Bödi hat nicht schlecht gestaunt, als plötzlich 40 Leute unsere Veranda bevölkert haben.
Schön war's und vielleicht schieß' ich ja nächstes Jahr den Vogel und die Standarte kann direkt bei uns bleiben.

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Sie sahen eine Episode aus der Reihe: Schönes Landleben