Freitag, 26. Oktober 2012

Herr Bödefeld und der Gemüsepamp

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Barfen bedeutet nicht nur kiloweise Fleisch anschleppen (lassen) und Öle, Kräuter und Mineralien zusammenrühren, sondern auch den Hund dazu zu bringen, Gemüse zu futtern.

Ich kenne viele Hunde, die fressen Möhren, Gurken etc. am Stück und mit Genuss. Aber erstens ist eine rohe Möhre am Stück ein reiner Magenfüller und zweitens empfindet Herr Bö Grünzeug als echte Zumutung.

Obst und Gemüse wird beim Barfen roh und fein püriert verfüttert. Was dabei im Mixer landet ist bei uns saisonal  verschieden. Generell hat man eine große Auswahl an Sorten, aber auf Hülsenfrüchte, Kohlsorten, Zitrusfrüchte und Nachtschattengewächse sollte man verzichten.
Grün ist immer die Farbe der Wahl an der Gemüsetheke; ungefähr die Hälfte der Obst- und Gemüseration sollte aus grünen Blattsalaten bestehen, wir halten uns an diese Faustregel nicht sklavisch, Hauptsache der Einkaufswagen ist überwiegend grün :)


So könnte ein Gemüse-und-Obst-Einkauf für einen Hund aussehen. Das Bild stammt aus September oder Oktober diesen Jahres. Etwas ganz typisch herbstliches fehlt dieses Mal: Kürbisse.
Der Grund ist eigentlich reine Faulheit, ich habe dieses  Jahr öfter Kürbis für uns Zweibeiner gekocht und hatte schlichtweg keine Lust mehr, noch mehr Kürbisse zu schälen. Dabei sind Kürbisse auch gesund für Hunde, sie enthalten z.B. viel Karotin. Die Zierkürbisse im Hintergrund auf der Fensterbank sind aber für Hunde, genau wie für Menschen, nicht zum Verzehr geeignet.

Obwohl der Löwenzahn zu den Wildkräutern zählt, renne ich nicht über die Wiesen und zupfe ihn in der Nachbarschaft. Wir kaufen ihn im türkischen Supermarkt und die wiederum beziehen ihn aus Italien. Löwenzahn ist ein vitaminreiches Barf-Gemüse, das den Organismus reinigt und den Appetit anregt. Löwenzahn kann oft und in größeren Mengen an unsere vierbeinigen Freunde verfüttert werden.

Grün ist auch der frische Spinat, der für Welpen allerdings nicht geeignet ist und auch auf Grund seines Nitratgehaltes  nicht zu oft an ausgewachsene Hunde gegeben werden sollte.

Der Mangold ist reich an Kalium, Kalzium und Eisen.

Auch der Portulak hat den Weg in unseren Einkaufswagen gefunden. Mein schlaues Buch sagt mir, er sei ein fantastisches Frühjahrsgemüse (ähem, so viel zum saisionalen Einkaufen...). Portulak ist so toll für die canine Ernährung, da er mit vielen Mineralstoffen  und einen hohen Vitamin-C-Gehalt aufwarten kann.


Wenn man Staudensellerie kauft, greift man am besten zu den Exemplaren mit Blättern. Die ätherischen Öle des Staudenselleries wirken sich positiv auf den Stoffwechsel aus.

Petersilie wirkt gut gegen Mundgeruch, sollte aber nicht an trächtige Hündinnen verfüttert werden, da sie eine Fehlgeburt provozieren könnte. Ansonsten ist die Petersilie aber ein wahres Multitalent: Blase, Niere und Verdauungsapparat profitieren von ihr, sie ist hilfreich gegen Hautunreinheiten beim Hund und kann ebenso gegen Scheinträchtigkeit eingesetzt werden.

Obwohl Paprika zu den Nachtschattengewächsen zählen, mixe ich sie in kleineren Mengen dennoch unter das Futter, da sie das Immunsystem stärken und verdauungsfördernd wirken. Aber ausschließlich die roten Früchte verwenden!!

Bödi mag die Sommeredition der Gemüsepampe lieber als den Matsch aus den anderen Jahreszeiten; durch das Obst ist der Brei doch süßer und enthält weniger Bitterstoffe. An Erdbeeren z.B. verwende ich auf die oben gezeigte Menge ca. 1,5 kg. Erdbeeren sind super gegen Durchfall und Blähungen, sie dienen der Entgiftung des Körpers und auch Haut und Fell profitieren von der roten Frucht im Hundenapf. Also im Sommer nicht mit Erdbeeren geizen!

Ich könnte noch ewig weiter schreiben über Gemüse, Obst und Kräuter in der rohen Hundernährung, aber Susanne Reinerth, aus deren Buch "Natural Dog Food" ich die hier aufgeführten Infos entnommen habe, hat das ganz wunderbar und leicht verständlich zusammengefasst.


Hier sorgt rote Beete für die tiefrote Färbung.





Ich finde es immer ganz praktisch, wenn ich noch zwei zusätzliche helfende Hände an meiner Seite habe. Wir frieren Bödis Gemüserationen in 1-Liter-Gefrierbeuteln ein. Dann ist es gut, wenn ich jemanden Bödis Herrchen habe, der die Tüte festhält, während ich sie befülle.

Herr Bödefeld ist ein großer Hund, der große Portionen futtert. Für kleine Hunde sollte man entsprechend kleinere Behältnisse verwenden, denn erst mal aufgetaut, ist das rohe pürierte Gemüse nur wenige Tage im Kühlschrank haltbar. Und wenn man sich die ganze Mühe macht (Einkäufe nach Hause schleppen, klein schnippeln, pürieren, abfüllen und der Abwasch und die Reinigung der Küchenmaschine erst!!!), dann blutet einem doch das Herz, wenn man das selbsthergestellte Hundefutter wegschmeißen muss, weil es verdorben ist.




Und ab mit der Pampe in den Froster.


Und wer sich jetzt von den Bildern abgeschreckt fühlt (die Arbeit, die Sauerei, die Kosten), dem kann ich nur sagen, dass das Wissen WAS genau ich meinem Hund da in den Napf fülle, das alles mehr als aufwiegt.

(Herr Bödefeld würde meine Meinung zwar nicht teilen, der findet das Katzenfutter vom Discounter am allergeilsten, aber der hat kein Mitspracherecht. Ist ja keine Demokratie hier!!!)

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Kommentare:

  1. Ich habe bisher nie Salat gegeben. Ich bin für diesen Beitrag sehr dankbar.
    der Roki

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    1. Na dann hat es sich doch schon gelohnt :)

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  2. Emil findet Gemüsepampe versaut das ganze Futter im Napf und verweigert dann alles. Wenn es bei uns sowas gibt, dann nur mitgekocht, oder ganz geringe Mengen an Kräutermischungen (die ich getrocknet kaufe) untergemogelt.Rote Beete findet Emil sowas von elig und bäääähhh...Man hats nicht leicht. ;-)

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    1. Bödi ist auch der Meinung, Gemüse kontaminiert das Futter. Wir haben das ganz langsam gesteigert, erst teelöffelweise, heute nach fast zwei Jahren futtert er auch 4 - 5 dicke Esslöffel auf 500 gr. Fleisch.
      Die Akzeptanz steigt und fällt aber auch mit dem ausgewählten Gemüse.
      ab und an gibt es auch statt Gemüse diese Karottenpellets für Hunde, die man mit heißem Wasser aufgießt und quellen lässt.

      Ich finde Euren Esstisch für Emil mit dem Pastateller übrigens super. Bödi ist nämlich beim Fressen z.t. sehr merkwürdig, als ich Euren Beitrag gelesen habe ist mir der Gedanke gekommen, das Bödi auch nicht gerne Schnute und Bart in tiefe Näpfe steckt. Leider ist hier niemand handwerklich begabt :(

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  3. Dieser Tisch ist sowas von einfach herzustellen, 3 massive Holz-Bretter, zusammenschrauben, Loch fräsen , fertig! Und natürlich nach einen Pastateller opfern :-) Ich hab es zuerst getestet, indem ich Emil einfach von Boden mit einem Suppenteller gefüttert habe. Das war ihm viel angenehmer. Er stand nämlich immer vor der Schüssel mit dem Geischt...WIE nehme ich es denn jetzt? Und Matsch im Bart kann Emil gar nicht ab. Irgendwo kann man so eine Futterbar auch kaufen, mit eckigen Tellern - steht in Hofheim in der Klinik als Wassernapf. Wir bruachten aber nur einen Napf, da Emil sowieso nur draussen trinken will.

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