Dienstag, 18. Oktober 2011

Herr Bödefeld und die Mäuschen

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Wenn man eine Top-3-Liste der wichtigsten Dinge in Bödis Leben aufstellen würde, wäre bestimmt das lange Ausschlafen am Sonntag mit Herrchen dabei (am liebsten bis in den frühen Nachmittag; ich sags Euch, der Hund hat eine Blase wie ein Pferd), ebenfalls auf der Liste wären die letzten Flitzerunden am Abend. Jeden Abend gibt Herr Bödefeld auf den Weiden hier noch mal so richtig Gas und fegt über die Wiesen, als sei der Teufel hinter ihm her. Wenn dieser Punkt der Abendgestaltung nicht erledigt ist, ist Bödi mit der Gesamtsituation unzufrieden.

Was aber auf gar keinen Fall bei dieser Aufzählung fehlen darf sind Mäuschen! Bödi liebt es Mäuschen zu jagen. Meines Wissens war seine Suche noch nie von Erfolg gekrönt, aber das scheint den feinen Herr nicht zu stören.


Da die Mäuschen selten über die Wiesen laufen und sich eher unter der Erde aufhalten, gibt es für einen Bödi kaum etwas wichtigeres als diese Biester auszubuddeln, wobei er aber in einen Interessenskonflikt mit mir gerät! Ich bin nämlich total froh, dass unsere Nachbarn nichts dagegen haben, wenn wir auf ihren Weiden trainieren, Frisbee spielen etc, groß angelegte Tunnelprojekte des Herrn Bödefelds vom wilden Weidenwald dürften den nachbarschaftlichen Frieden allerdings erheblich stören, weshalb Bödi Buddelverbot hat.


Und damit kommen wir zu seinem schauspielerischen Talent. Bödi hält sich durchaus an das Buddelverbot, allerdings nur exakt so lange, wie ich es auch mit eigenen Augen überprüfen kann. Kaum wähnt sich dieser Hund unbeobachtet, dann legt er auch schon los. Drehe ich mich wieder zu ihm um, schmeißt er sich dann blitzartig auf den Boden und schaut aus, als könne ihn kein Wässerchen trüben. Da soll mal einer ernst bei bleiben. Ich find das ja auch noch (pädagogisch natürlich total unwertvoll) irgendwie sympathisch. Immerhin respektiert er mein Verbot, wenn ich aufmerksam bin, ansonsten gilt bei Bödi scheinbar das Motto: was die nicht weiß, macht sie nicht heiß.


Dennoch hat sich Bödi zwei Alternativhandlungen zum Buddeln überlegt:
Zum einen wäre das das Mäusehervorlocken durch Hypnose: Bödi starrt das Mäuseloch gebannt an und befiehlt den Nagern per Gedankenübertragung endlich raus zu kommen. (Das dachte ich zumindest bis vor kurzem, bis mich ein Eintrag in Briard Emils Blog darauf aufmerksam gemacht hat, was wirklich passiert: Bödi ortet die Mäuschen mit seinen Ohren, er lauscht also, deshalb dieser gebannte Blick + konzentriertes auf die Zunge beißen.)


Bei Methode Nr. 2 handelt es sich um Mäusejagd durch Sauerstoffentzug. Herr Bödefeld legt sich vor das Mäuseloch, steckt seine dicke Knollnase ins Loch und saugt die Luft raus. Je näher sich ein Erdbewohner befindet, desto grunziger werden seine Atemübungen. Ehrlich, ich könnte mich wegschmeißen vor lachen.


Benebelt durch mangelnde Sauerstoffzufuhr verlässt die eine oder andere Wühlmaus vielleicht auch mal ihren Bau und dann wird der Mäuselsprung eingesetzt.


Noch besser kommt der Mäuselsprung ganz unvermittelt bei Spaziergängen in Hohlwegen oder ähnlichem, wenn der Hund völlig unvermittelt mit beiden Vorderbeinen voran springt und seinen Kopf in die Böschung rammt. Zu komisch! Leute, ich möchte nicht mehr ohne Hund sein. Bödi ist wirklich öfter als selten eine Herausforderung, aber ich möchte nie mehr diesen Spaß und die Freude vermissen, die dieser Clown in unser Leben gebracht hat. Amen.


Diese Grazie! Dieser Anmut!


Herr Bödefeld kann warten:


Ganz konzentriert bei der Sache:


Um noch mal auf das Buddeln und meine Unfähigkeit zur konsequenten Hundehaltung zurück zu kommen: Ich finde Bödi gewitztes Vorgehen so putzig (immerhin lässt er mich im Glauben, er würde auf mich hören und buddelt nur, wenn er denkt ich krieg das nicht mit), dass ich mich selber schon mal dabei erwischt habe, dass ich mich absichtlich umgedreht habe, damit er mit Wonne einer Maus hinterherbuddeln kann.




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Kommentare:

  1. Der Bödi is ja wirklich total putzig ;-D Ich dachte, diesen Mäuselsprung machen nur Katzen, kicher?!
    Simolim

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  2. Hunde können den auch ziemlich gut, Wölfe tun es auch :) Und die sind auch bestimmt erfolgreicher damit als Bödi
    LG Desiree & Herr Bödefeld

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  3. Emil hat auch Buddelverbot und seine Mäusesuchen sehen fast genauso aus wie bei euch. Nur führt Emil die "Mäusemeditation" bevorzugt mit einem Hinterbei in der Luft aus. Dabei bewegt er sich nur noch in absoluter Zeitlupe und wir können SO Stunden auf seiner Mäusewiese verbringen. Wehe, ich versuche mich so klammheimlich Richtung Wiesenende zu bewegen....dann schlägt der Herr den Rückzug zur Wiesenmitte ein. :-)

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  4. mir aus dem herzen gesprochen......nie mehr ohne unseren clown !!
    bödi...du bist ein knaller :-)

    stubs knuff indi und sippe

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