Freitag, 4. Januar 2013

Herr Bödefeld und die Bauchspeicheldrüse

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Hinter Bödi liegen nun viele Wochen, in denen er mit anhaltenden Durchfällen und den ungeliebten Tierarztbesuchen zu kämpfen hatte.
Waren die Durchfälle zu Beginn zwar immer wiederkehrend, aber nicht dauerhaft, verschlimmerte sich sein Stoffwechselendprodukt später von Tag zu Tag, zum Schluss kam nur noch dunkelgrüner Brei, von täglich größer werdenden durchsichtigen Schleimmassen begleitet.

Der ursprüngliche Plan war, seine Verdauung zunächst mit Schonkost (in unserem Fall gekochte Pute, erst gekochter Reis, später gekochte Kartoffeln und Hüttenkäse) auf ein gutes Level zu bringen, um dann Futtermittelunverträglichkeiten auszutesten. Das Unterfangen ist gescheitert, denn auch mit Schonkost wurde die Durchfälle nicht besser, sondern verschlimmerten sich weiter.

Umfangreiche Kotuntersuchungen haben ergeben: nix!
Keine Parasiten, keine falschen Bakterien, keine Hefen - alles unauffällig. Begleitend zu den Untersuchungen bekam Bödi wöchentlich eine Vitamin B 12 Spritze, da es bei der Fütterungsweise des Barfens, die wir ja praktizieren, zu einem Mangel eben dieses Vitamins kommen kann, der wiederum eine Ansiedlung unerwünschter Bakterien in Magen (oder Darm, ich weiß es nicht mehr genau) begünstigen kann. Aber auch das hat zumindest kurz- und mittelfristig keine sichtbare Verbesserung erzeugt.

Seit Heiligabend bekommt Herr Bödefeld nun 2 x täglich EnzymoPank in sein Futter gemischt. Der Erfolg stellte sich geradezu rasant ein. Bereits am Morgen des ersten Weihnachtsfeiertages ...tja... ich nenn die Dinge mal beim Namen.... machte Bödi einen Premiumhaufen. Ja, so kann man das durchaus nennen. Das war doch schon mal ein Weihnachtswunder. Über Nacht von grünem Brei und Schleim zu festem, geformten Output. Wunderbar. Oder doch nicht?

EnzymoPank enthält, neben unterstützenden verdauungsfördernden Kräutern, Enzyme aus Schweinepankreas, die eine Verdauung des Futters gewährleisten. Beworben wird das Mittel mit einer "hohen Ativität" - jo, das stimmt! Und diese hohe Aktivität beginnt schon in der Futterschüssel. Die Gebrauchsanweisung weist darauf hin, EnzymoPank erst kurz vor der Fütterung in das Futter zu mischen und auch daran sollte man sich tunlichst halten.

Ich kann versichern, EnzymoPank meets Hüttenkäse bedeutet schon nach kurzer Zeit, dass das Futter nach Erbrochenem (is ja klar = Angedautes oder Vorverdautes) stinkt. Da erhält die Gesichtshygiene nach dem Füttern bei unseren vierbeinigen Bartträgern gleich eine ganz neue Bedeutung!!!

Schön, dass das Mittel so schnell gewirkt hat, was aber im Umkehrschluss nahelegt, dass Bödis Bauchspeicheldrüse nicht so arbeitet, wie wir uns das wünschen. Das würde ja auch erklären, warum wir in den 1,5 Jahren vor dem Barfen kein Futter, also wirklich gar kein Fertigfutter, gefunden haben, dass unser Hund vertragen hätte. Aber hätte er nicht dann erst recht auf Rohfütterung reagieren müssen?

Wer Erfahrungen hat mit an der Bauchspeicheldrüse erkrankten Hunden oder Bauchspeicheldrüsenunterfunktion und Barfen, der ist gerne eingeladen, seine Erfahrungen mit uns zu teilen.

Unser weiteres Vorgehen sieht so aus, dass Bödi, nachdem er seit fast zwei Wochen mit Schonkost und Enzymen eine stabile Verdauung hat, wir nun auf seine gewohnte Rohfütterung umstellen werden - weiterhin in der Kombination mit Enzymen und wenn das auch gut klappt, später zur Provokation die Enzyme von heute auf morgen weglassen. Sollte sich die Verdauung daraufhin wieder verschlechtern, werden wir seine Bauchspeicheldrüse unter die Lupe nehmen.

PS: Was mir gerade noch einfällt: Mit der Gabe der Enzyme hat sich auch Bödis Einstellung zum Fressen verändert. Jetzt benimmt er sich doch tatsächlich wie ein (in meiner Vorstellung) normaler Hund. Er steht neben mir in der Küche, wenn ich sein Futter zubereite, geht sofort zum Futternapf, wenn ich ihn abstelle und frisst es auch noch auf! Direkt! Ohne obligatorischen Rest. Das wäre früher nicht denkbar gewesen; Fressen war für Bödi immer mehr Pflicht als Freude. Mit Beginn des Barfens hatte sich das zwar schon sehr gebessert, aber richtig mit Genuss oder einem offensichtlichen Appetit oder Hungergefühl hat er nie gefressen. 

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Kommentare:

  1. Na da drücke ich mal weiter fest die Daumen, dass diese Maßnahme nun endlich zum Erfolg führt! Habe leider derzeit nur eine grottenschlechte Internetverbindung und bin daher nicht oft in den Blogs unterwegs gewesen (und kommentiere noch seltener) - da verpasst man so einiges.
    Muss der arme Bödi denn nun damit rechnen für immer diese Pankreasenzyme ins Futter gemischt zu bekommen, oder erholt sich diese olle Drüse nach einer Weile wieder?
    Ich drücke fest die Daumen, dass an dem Drüsending nix dauerhaft kaputt gegangen ist!
    LG, Enya

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  2. Ich weiß nicht, ob eine Bauchspeicheldrüse in Unterfunktion sich wieder erholt. Vielleicht liegt es auch gar nicht chronisch an der Drüse, sondern die Verdauung hat, aus welchen Gründen auch immer, zeitweise nicht ut funktioniert. Die Tests der nächsten Wochen werden es zeigen.
    LG Desiree & Bödi

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  3. Ich versuche gerade Parallelen zu ziehen, zwischen Hund und Mensch...da es bei Bödi schon so lange geht, könnte es auch in eine Chronische Bauchspeicheldrüse übergegangen sein.
    Da muss doch eine Laboruntersuchung Aufschluss drüber geben.
    Nicht dass der Wert der Entzündung wieder hochschnellt...
    Der Mensch kann ja mit den Enzymgaben echt gut leben.
    So kann ein Bödi damit bestimmt auch gut leben.
    Es gibt da jemanden, der echt mies mit der Bauchspeicheldrüse dran ist...daher schau mal im Internet, da findest du viele Links die dir ( wie mir damals ) helfen werden.
    ich drücke euch ganz lieb
    Sylvia

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    1. Bödi lebt ja auch zur Zeit sehr gut mit der Enzymgabe. Untersucht wird die Funktion der Bauchspeicheldrüse mittels einer Blutuntersuchung. Mal sehen, was das ergibt.
      Vielen Dank für Deine Anmerkungen
      LG Desiree & Bödi

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  4. Lottes Bauchspeicheldrüse arbeitet gar nicht und sie bekommt pancreas vet pulver. Das Pulver wird 30 Minuten vor der Fütterung ins Futter gegeben. Zwei Pasten bekommt sie morgens noch extra und lebt gut damit. Also keine Panik. Man (Hund) kann auch ohne funktionierender Bauchspeicheldrüse gut leben.
    Liebe Grüße vom Emma und Lotte Frauchen

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    1. Wusste ich doch, auf meine Leser ist Verlass!
      Vielen Dank für Eure Kommentare.
      In Panik bin ich nicht. Aber doch interessiert an Erfahrungsberichten!
      LG Desiree & Bödi

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  5. Lieber Herr Bödefeld, laß den Kopf nicht hängen, es gibt schlimmere Sachen.Und eigentlich ist es doch ganz gut, dass der Sache mal auf den Grund gegangen wird.
    Von Kuno der Vorgänger (Branko) hatte auch ständig Durchfall, beim Tierarzt wurde dann anhand von Blut- und Stuhlabnahmen festgestellt, dass die Bauchspeicheldrüse nicht richtig arbeitet, ein Enzym fehlt, deshalb konnte das Futter nicht richtig verwertet werden. Branko hat dann einen Mix aus hochwertigem Trocken- und Dosenfutter bekommen, Barfen ging gar nicht. Ihm ging es gut, er ist 13 Jahre alt geworden.
    Liebe Grüße und Kopf hoch
    Kuno mit Fraule

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    1. Vielen, vielen Dank für Euren Erfahrungsbericht!! Schön, dass Ihr von Euren Erfahrungen berichtet. Schade, dass das Barfen gar nicht ging.
      Wir lassen den Kopf nicht hängen - Wer weiß, wozu das alles gut war, denn durch die Enzymgabe momentan hat sich sein Fressverhalten gut entwickelt.
      Vielen Dank fürs Berichten,
      Desiree & Bödi

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  6. Emil hat diese ganzen Blutuntersuchungen wege jahrelanger Durchfälle auch hinter sich. Zusätzlich wurde eine Stuhlauslastung getestet. Man sah im Blut und im Stuhl, dass es Probleme mit der Bauchspeicheldrüse gab. Dann haben wir mindestens 3-4 Jahre Enzyme zugefüttert, wir haben Petzym gegeben, das stank gar nicht.
    Als ich letztes Jahr versucht habe wieder zu barfen, haben sich die Bauschspeicheldrüsenwerte sofort wieder massiv verschlechtert. So schlimm, dass man an einen Tumor dachte. Also alles wieder zurück, wieder Enzyme dazu und wieder gekocht. Wir sind jetzt bei Wolfsblut, Fleischdosen und Kochen geblieben und kommen völlig ohne Enzyme klar. Wir haben sie allerdings ausgeschlichen und nicht sofort abgesetzt. Seitdem nimmt Emil auch zu, vorher war er ein Hungerhaken. Die Häufchen sind jetzt Designer-Häufchen.

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    1. Auch Euch vielen Dank für den Erfahrungsbericht!
      Den Rest meiner Antwort habe ich gerade wieder gelöscht, weil sie zu sehr ausuferte - das gibt jetzt einen eigenen Eintrag!

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  7. Ach ja, was sagt die Züchterin dazu? Es gibt eine Form der Pakreatitis die vererbt wird und beim Briard in einigen Linien vorkommt.

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    1. Soweit ich weiß, gibt es da keine weiteren Fälle. Ich werde das aber auf jeden Fall mal weiterleiten!
      Danke!

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