Samstag, 1. Dezember 2012

Herr Bödefeld und der Jahresrückblick 2012

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Mit Bedauern habe ich festgestellt, dass ich 2012 hier so wenig wie noch nie gepostet habe.
Dabei war 2012 für uns und für Herrn Bödefeld total schön. Keine Katastrophen, keine schweren Krankheiten, weder bei Mensch noch Hund; wir haben viele schöne Momente zusammen erlebt und haben kein wenig Grund zum Klagen.

Bödi und seine Hundekumpels

Herr Bödefeld wird (langsam) erwachsen
Wenn wir insgesamt auf das vergangene Jahr zurück schauen, stellen wir mit Erleichterung fest, dass unser Bödchen doch ein wenig "erwachsener" geworden ist. Das heißt z.B. dass er zumindest versucht, sich zurück zu nehmen und nicht jedem seiner, nicht immer von uns gern gesehenen Ideen, sofort und nachdrücklich nachkommen muss. Es fällt Bödi leichter, Grenzen zu akzeptieren und Befehle Signale umzusetzen, auch wenn ihm das gerade nicht in den Kram passt.

Bödi und seine Freundin Ines

Herr Bödefeld und die Rehe
Damit uns aber nicht langweilig wird, hat er sein Jagdinteresse deutlich erhöht. Das bedeutet für ihn und für uns: vermehrtes Training und öfter an die lange Leine, so lange er nicht kapiert, dass nicht jede Wildspur es wert ist, umgehend verfolgt zu werden. Die heimische Fauna macht uns das nicht gerade leicht. Wie ich immer sage: kaum verlässt man das Haus, tritt man auch schon auf das erste Reh. er Wildbestand rund um unseren Ort ist - in meinen Augen - wirklich eine Plage. Es vergeht kein Spaziergang, bei dem wir nicht eine fast 2 stellige Anzahl an Rehen treffen. In den letzten Tagen ist auch wieder das wilde Rudel Muffel-Wild bei uns "hinterm Haus" und die kennen ja keine Scheu vor gar nix.

Das wettermäßig schlechte Frühjahr hat übrigens zu einem enormen Anstieg der Wildpopulation geführt, denn durch die späte Heuernte waren viele Rehkitze schon so weit entwickelt, dass sie nicht vom Mähdrescher getötet wurden. Die Jäger hingegen sehen das natürlich ganz anders, laut Radio Berg habe sich der Wildbestand hier im Bergischen nicht verändert. Die Pächterin des Jagdreviers, in dem wir leben behauptet angeblich sogar, es sei eine schlechte Pacht, da es hier kaum Rehe gebe. Kein Wunder liebe Jäger da draußen, ich seh euch auch immer nur mit dem Auto durch den Wald heizen, am liebsten würden Ihr doch aus dem Jeep raus auf das Wild feuern. Da würde ich als Bambi auch die Biege machen. Aber nun genug davon, man sieht: ich bin genervt vom Thema Rehe :)

Bödi hat Witterung aufgenommen!

Herr Bödefeld im Fußball-Europameisterschafts-Bootcamp
Unser kleiner (höhö) Bödibär ist ja nicht gerade bekannt dafür, nervenstark und besonders souverän zu sein, aber auch hier hat er gute Fortschritte gemacht. So manches Training hat Wirkung gezeigt und ein bißchen mehr Lebenserfahrung tut wohl auch ihr übriges.

Was Bödi gar gar gar nicht mag ist von Menschen verursachter Krach. Damit meine ich: lautes Schreien, Pfiffe, Klatschen usw. Ich weiß, dass Bödi im wilden Weidenwald super sozialisiert worden ist. Bei Happels ist immer was los, jede Menge Besuch, ob groß oder klein lernen die Welpen kennen und sie bekommen in den ersten 8 Lebenswochen alles an Reizen geboten, was man sich so denken kann. In den darauf folgenden 8 Wochen haben wir mit Bödi bei meiner Großfamilie gewohnt, wo auch noch viel Trubel und Action herrschte. Aber seitdem leben wir drei zusammen in einer recht abgelegenen Gegend, damals noch mit wenig Nachbarn und wenig, ich nenn' es jetzt mal "Umweltstress", halt ein beschauliches Landei-Leben. Bödis Herrchen und ich haben keine Kinder und auch sonst gehen wir nicht in einem temperamentvollen Tonfall miteinander um. Das ist meine Theorie, warum Bödi eher die leiseren Töne mag und auf laute Menschen einfach nicht so gut klar kommt.

Da wir hier aber nicht in einer Seifenblase leben, muss Hund auch mit schreienden Menschen zurecht kommen, ohne gleich in einen hysterischen Bell-Anfall zu verfallen. Und jetzt komm ich endlich zum eigentlichen Thema: diesen Sommer bot sich uns die ideale Gelegenheit, Bödi unter von uns kontrollierbaren Gegebenheiten an "Menschenlärm" zu gewöhnen:

Die Fußball-Europameisterschaft und die Nachbarschaft trifft sich zum Rudelgucken bei uns auf der Veranda!
Unsere Nachbarschaft, seit unserem Einzug hier, gar nicht mehr so klein, ist fast vollständig 1. FC Köln-  Fußballverrückt und lebt das auch leidenschaftlich, laut und ausdrucksstark aus. Genau das, was wir gebraucht haben!

Das erste Spiel verlief wie nicht anders zu erwarten: Bei jedem Tor oder jeder aufregenden Szene brüllte Herr Bödi los und wollte am liebsten die lautesten Fans maßregelnd anspringen.
Lange Rede kurzer Sinn: drei Wochen lang haben wir Bödi fast täglich mit Leckerli vollgestopft belohnt, wenn es irgendwie laut wurde, sei es beim Torjubel für deutsche Tore, bei Schmerzenslauten und seelischen Qualen bei deutschen Gegentoren oder wenn Schiri und Kommentator sowieso von nix ne Ahnung hatten.

Das Bödelchen lernte schnell und schon beim zweiten Spiel sprang er zwar in aufregenden Szenen auf, aber lediglich um erwartungsfroh bei mir seine Leckerli zu kassieren. Gegen Ende der Europameisterschaft hat Bödi der ganze Krach gar nicht mehr interessiert und er lag schlafend in einer Ecke und war nur froh, wenn ich ihn mit Belohnungshappen in Ruhe gelassen habe. Ansonsten fand er das Turnier glaub ich ganz toll, nach den Spielen lag er höchst zufrieden zwischen den vielen, vielen Beinen. Mitten drin statt nur dabei: ein Briard ist erst dann richtig zufrieden, wen jeder aufpassen muss, dass er nicht auf irgendein Hundekörperteil tritt, weil ein Bödi sich mitten in der Menge einfach am wohlsten fühlt.

Was wir bei dieser Gelegenheit auch trainiert haben ist das Mitgehen mit "Fremden". Bödi geht mit anderen Menschen nicht spazieren, noch nicht einmal mit meinen oder Thorstens Eltern, die nach uns seine engsten Bezugspersonen sind. Als er noch jünger war, ist er noch eher mal auf einen ganzen Spaziergang mitgegangen. Heute reichen ihm 50 Meter und 1 x Pinkeln, danach bewegt er sich keinen Meter weiter. Immerhin hat das Training ergeben, dass auch meine Nachbarin mit ihm vor die Türe gehen kann. Zumindest bis Bödi sich gelöst hat, war er mit seinem Geschäft fertig und sollte danach trotzdem noch weiter mitgehen, hat er sich aus dem Halsband gewunden und ist zurück nach Hause gelaufen, wo Frauchen und Herrchen nicht den Anfang der zweiten Halbzeit verpassen wollten.

Das ist also etwas, was ich auf jeden Fall mit unserem nächsten Hund von klein auf viel intensiver trainieren würde: das Spazierengehen mit anderen Leuten!!!


Herr Bödefeld und das ehemals leidige Thema: Fressen
Die Erfahrung hat uns also gelehrt: Gut Ding will Weile haben und bei einem Bödi lohnt sich ein langer Atem erst Recht.
Was hat uns Bödis Fressverhalten in den letzten Jahren für Nerven gekostet. Er wollte selten und wenn, dann wenig fressen, das was er gefuttert hat, hat er nicht vertragen und Bestätigung über Futter hat ihn auch nie sonderlich interessiert.

Heute frisst er meistens gut und vor allem regelmäßig. Was habe ich mich früher aufgeregt, wenn er tagelang sein Futter verweigert hat. Mit 3 1/2 Jahren frisst er endlich täglich, inklusive der ehemals ungeliebten Gemüseration im Futter, er findet Belohnungsleckerli gut und wartet sogar manchmal abends auf sein Futter. Das kannte ich ja so gar nicht bislang: ein Hund der in der Küche herumlungert und mich dabei beobachtet, was ich da so fabriziere - könnte ja etwas für ihn sein.

Jede Medaille hat ja so zwei Seiten: Früher konnte man Leckerli überall herumliegen lassen, alleine ist Bödi da nie dran gegangen. Heute verschwindet sowas spurlos. Erst neulich beim Bürsten des Hundes: es klingelt an der Türe, ich verlasse den Raum und als ich nur zwei Minuten später wieder komme ist die Belohnungstüte für gutes Betragen beim Unterwolle-Rauskämmen leer. Unfassbar, wenn wir nicht aufpassen, wird aus dem ja noch ein ganz normaler Hund!

Das soll es für erste Mal gewesen sein. Vielleicht folgt die Tage noch ein weiterer Teil des Jahresrückblicks 2012. Stay tuned!



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Kommentare:

  1. Was für ein schöner Blog, wir folgen euch gleich mal! :)
    Ihr ärmsten, so viel Wild bei euch! Da wäre ich ja nur noch mit zwei vor Jagdeifer jodelnden Hunden unterwegs... Mir reicht es schon, dass die Kaninchen hier auch mitten in der Stadt rumhoppeln ;)

    LG Linda und ihre Jadgnasen

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  2. Mensch Bödi, Kumpel! Endlich lesen wir mal wieder was von Dir! Mein Frauchen hat gerade zu so ziemlich allem bestätigend genickt. Ich scheine wohl auch ein eher zurückhaltender Vertreter gewesen zu sein. Mittlerweile hat sich das aber auch komplett gelegt und ich rüple mich durch die Gegend wie jeder andere normale Briard :)
    Hoffentlich sieht man Dich wieder öfter ....!
    Schlabberbussi, Phoebi

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