Freitag, 2. Dezember 2011

Herr Bödefeld am 02. Dezember 2011

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Unser Tagesplan hat mal wieder eine Änderung erfahren.
Nach unserem Einzelhundetraining heute morgen wollten wir eigentlich ins Büro (schon wieder ein freier Tag ausgefallen!), aber Hund und Halterin waren beide total durchnässt, obwohl wir beide unsere Regenmäntel anhatten. Deshalb sind wir erst nach Hause, um uns wieder trocken zu legen :)

Dennoch sind wir guter Dinge: Bödi ist froh, dass er sich nach der anstrengenden Arbeit noch etwas zu Hause erholen kann und ich bin nach den Einzelstunden sowieso tiefenentspannt. Andere machen Wellness, ich nehme für Bödi und mich Einzelstunden bei unserer Trainerin. Uns tut das nur gut nach einer ziemlich anstrengenden und nervenaufreibenden Zeit.

Herr Bödefeld wurde im Oktober nämlich innerhalb von drei Tagen 2 x von anderen Hunden "dazwischen genommen". Beide Male war Bödi angeleint, da wir durch Wohngebiete spaziert sind und beide Male ist er von freilaufenden Hunden, die von den Grundstücken hervorgeschossen kamen, angefallen worden. Die Schäferhündin vom ersten Vorfall war angebunden, hatte sich bei unserem Anblick aber losgerissen und Bödi ordentlich die Meinung dazu gegeigt, was ihm einfalle an ihrem Grundstück vorbei zu gehen. Die Besitzerin war aber sofort zur Stelle, hat die Hündin abgerufen und sie ist dem auch gefolgt.
Physisch ist Bödi nix passiert, aber unser Sensibelchen nimmt das Leben manchmal ziemlich schwer und stand den Rest des Tages massiv unter Stress.

2 Tage später, anderer Ort, ähnliche Situation. Ich gehe mit angeleintem Hund durch ein Wohngebiet, als eine Rottweilerhündin das uneingezäunte Gelände auf der anderen Straßenseite verlässt, die Straße überquert und völlig geräuschlos und ohne Vorwarnung immer wieder versucht in Bödis Kehle zu beißen. Das war schon arg. Diese Hündin hat erst nach massiver Gewalteinwirkung meinerseits von meinem Hund abgelassen. Ihr Besitzer fand das scheinbar auch noch witzig. Bödi ist dank Briardrüden-Plüsch am Kragen nix passiert, aber nervlich hat das mit uns beiden schon was gemacht.

Ähnliche Dinge sind uns dieses Jahr schon mal passiert. Nie auf Feldern, Wald und Wiesen und im Freilauf, sondern immer mitten in Wohngebieten. Da beneide ich schon Stadthunde und Stadthundehalter: hier auf dem Land sind einfach sehr viele Grundstücke nicht eingezäunt, auch in Dörfern und Siedlungen. Die Hunde werden aber dennoch zum Teil unangeleint draußen gehalten und im Gegensatz zur Stadt sind die Landhunde, so meine Erfahrung, weitaus weniger verträglich.

Zu meiner Überraschung zeigt Bödi dennoch keine Leinenaggression anderen Hunden gegenüber, da muss er schon massivst angepöbelt werden, bevor er entsprechend antwortet. Unser Problem ist seit Oktober genereller: geteerte Straße + Bebauung + Leine = geht gar nicht mehr. Durch Orte oder Städte spazieren? Geht nicht, massive Panikreaktionen waren die Folge. Unsere sonntäglichen Wanderrunden - gestrichen. So dünn ist das Bergische Land dann doch nicht besiedelt, als das wir nicht durch bebaute Gebiete kommen. Ein Haus + Straße und Hundegeruch reichten schon und Bödi flippte völlig aus.

Heute sind wir wieder auf einem guten Weg, der Einzelunterricht macht uns zusätzlich zu unseren Arbeitstreffen mit unserer Hundegruppen und den Dingen, die wir zu Hause für uns machen, viel Spaß. Dennoch hat die Begleitung unseres sensiblen Bödis, der noch nie ein starkes Nervenkostüm besessen hat, viel Geduld und Nerven gefordert, daher auch die November-Blog-Pause. Jetzt simmer aber wieder da :)

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Kommentare:

  1. Oh je... das ist genau das, was einem die Hundehaltung so richtig versauern kann. Man reisst sich den A... auf um dem Hund den Start ins Leben so optimal wie möglich zu machen und dann passiert sowas. Man sollte es mal damit vergleichen, wenn ich als Mensch zweimal in einer Stadt brutal überfallen werde... dann ist das Betreten einer Stadt später sicher auch nur noch unter Panikattacken möglich.
    Habt ihr schon mal versucht mit einem absolut sicheren Hund als Begleitung eine Strasse zu betreten?
    LG Birgit

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  2. Hallo Birgit,
    das wird am Dienstag passieren. Ich bin gespannt. Thorsten hat bereits ein erfolgreiches Training mit Bödi hinter sich in einem kleinen Dorf. Währenddessen war Bödi super drauf, sehr interessiert an seiner Umgebung, aber nicht panisch, auch eine Hundebegegnung in diesem Ort war unproblematisch. Allerdings zeigte Bödi später zu Hause, dass er doch gestresst war.
    Ich bin ganz guter Dinge, dass wir das einigermaßen hinkriegen. Nicht heute oder in ein paar Wochen, aber das wird.
    Nächsten Dienstag wird Bödis "Gruppenchef" aus unserer Hundegruppe dsabei sein, der souveränste Hund, den ich persönlich kenne. Das wird bestimmt gut, da Bödi generell viel Vertrauen und Selbstbewusstsein aus dem Zusammensein mit den Hunden aus der Trainingsgruppe zieht.
    Vielen Dank für Deinen immer sehr willkommenen Rat,
    LG Desiree

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  3. Bitteschön! Ich denke, ein sicherer Hund ist echt Gold wert und bewirkt oft mehr als wir Menschen bewirken können. Kauen baut außerdem Stress sehr gut ab, das habe ich bei Emil nach TA Besuchen festgestellt, der stürzte sich geradezu auf seinen sonst missachteten Kauknochen. Vielleicht könnte ihr Bödi nach Stress-Situationen da was anbieten.

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  4. Das habe ich schon immer im Blick, das immer was zu Kauen da ist. Wir haben auch eigentlich so ziem.ich alles, was der Markt hergibt hier, z.B. getrocknete Kauartikel jeder Art, rohe Knochen, diverse Kauspielzeuge in den unterschiedlichsten Materialien, auch diese Wurzeln aus Holz, aber zum Stressabbau nimmt er das leider nicht so gut an. Ich bilde mir ein, dass er evt. seit den Beissvorfällen vermehrt die Pforderbeine abschleckt, das wäre natürlich der Supergau, wenn er mit dieser Art selbstbelohnendem (und selbstzerstörenden) Verhalten anfängt. Bisher klappt blenkung in diesen Situationen ganz gut.

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